Der Reitermantel

Zur Gruppe der Bamberger Kaisergewänder gehört auch der Reitermantel (DMB Inv.Nr. 3.3.0003), der bis ins 18. Jahrhundert als einziger Mantel Kaiser Heinrichs II. (973-1024, reg. 1014-1024) im Bamberger Domschatz galt.

Der Reitermantel erscheint heute in der Form eines ausgebreiteten, halbkreisförmigen Pluviales aus schwarzblauem Seidengewebe (Samit) mit Goldstickerei in Anlegetechnik.

Seine Fläche füllen dreizehn große Medaillons, die in einer vollständigen und zwei angeschnittenen horizontalen Reihen die Fläche gliedern und ein fortlaufendes Gewebe zu imitieren scheinen.

In den Medaillons reitet ein Kaiser mit Falke und großem Blütenstab über drei durchbohrte Krieger hinweg. Gleichzeitig wird das Pferd von einem Löwen angegriffen.

Ein Erklärvideo erläutert die Darstellungen und ihre Herkunft sowie die kufische Inschrift des originalen Futters. Außerdem wird die Trageweise eines solchen Gewandes gezeigt und auf die Veränderungen eingegangen, die der Reitermantel im Laufe der Jahrhunderte erfahren hat.

Die Veränderungen, die der Reitermantel bei der Restaurierung 1952-1955 sowie im Rahmen spätmittelalterlicher Reparaturen erfahren hat, sind in ausgewählten Aufnahmen zu erkennen. Auch die Ursprungskonzeption lässt sich nachvollziehen.

Tanja Kohwagner-Nikolai