Objekte aus Bronze und anderen Legierungen in der Sammlung ostasiatischer Kunst des Graf-Luxburg-Museums

In der Luxburgschen Sammlung befinden sich 47 Gefäße und Objekte, die aus Bronze, Kupferblech und anderen Legierungen hergestellt wurden.

Karl Graf von Luxburg (1872-1956) erwarb in China vor allem sogenannte "Späte Bronzen". Diese wurden während der Ming-Dynastie (1368-1644) sowie der Qing-Dynastie (1644-1911) gefertigt. Bronzen wurden in China bereits während der Xia-Dynastie (ca. 2070-ca. 1600 vor Christus) und der Shang-Dynastie (1600-1046 vor Christus) hergestellt. Diese archaischen Ritualbronzen aus dem Altertum wurden in größerer Stückzahl Gräbern höhergestellter Personen beigegeben sowie für Speise- und Trankopfer verwendet. Ab der Song-Dynastie (960-1279) wurden diese Ritualobjekte und das Material Bronze im Zuge von Ausgrabungen wiederentdeckt. Sie werden nun als Kunstobjekte angesehen, studiert, katalogisiert und gesammelt. Die "Späten Bronzen" entstanden in dieser Tradition. Auch Objekte aus anderen Materialien, wie Porzellan oder Schnitzlack, die zu dieser Zeit entstanden, zitieren in ihren Formen frühe Bronzen.

Beispielhaft für eine "Späte Bronze" steht das Räuchergefäß vom Typ "Gui". Es wurde während der Kangxi-Periode (1661-1722) aus Bronze gegossen. Neben der Form "Gui" gibt es weitere Formen, die oftmals bei archaischen Ritualbronzen Verwendung fanden und später zitiert wurden, wie beispielsweise "Ding", "Hu" oder "Zun".

So auch das Weingefäß vom Typ Xi Zun, welches sich in der Sammlung Graf Karls befindet. Das seltene Kunstwerk mit Silber- und Goldeinlagen in Form eines Tapirs wurde um 1350, während der Yuan-Dynastie (1279-1368), gefertigt.

Auch sechs frühe Bronzekunstwerke konnte Graf Karl in China erwerben. Ein Speiseopfergefäß des Typs "Ding", gefertigt während der Östlichen Zhou-Dynastie (770-256 vor Christus) sowie fünf Bronzespiegel, die als Grabbeigaben dienten, zählen zu diesen antiken Kunstwerken aus Bronze.

Ein Teil der von Graf Karl erworbenen Objekte, wie beispielsweise der Handwärmer aus Kanton-Emaille, verbinden chinesisches und europäisches Kunsthandwerk. In den Gefäßkörper des Handwärmers, der aus Kupferblech gefertigt wurde, wurde glühende Holzkohle gefüllt. Die Wärme wurde über einen durchbrochenen Deckel abgegeben. Die Malerei mit Emailfarben wurde durch die europäische Illusionsmalerei inspiriert, die im 18. Jahrhundert durch Jesuitenmissionare nach China kam. Ab der Qing-Dynastie (1644-1911) waren Jesuiten aus Europa am chinesischen Kaiserhof unter anderem als Hofmaler tätig. Ein bekannter Jesuit am chinesischen Kaiserhof war Giuseppe Castiglione, der in seinen Arbeiten europäische und chinesische Malerei verband.

Text: CC BY-NC 4.0

>> Diese Sammlung ist ein Teil der "Sammlung ostasiatischer Kunst im Graf-Luxburg-Museum der Museen Schloss Aschach" im Bestand des Graf-Luxburg-Museum und der Museen Schloss Aschach.