Freisinger Amtsbücher
Zur Geschichte des Bistums Freising ist ein einzigartiger Bestand an Verwaltungsschriftgut in Form von Amtsbüchern erhalten, in denen die Eigentumsverhältnisse und Gütergeschäfte des Hochstifts nachvollziehbar vom Frühmittelalter bis in die Neuzeit überliefert sind. Diese Kopialbücher sind die Produkte einer schon früh systematisierten geistlichen Kanzleiarbeit; sie wurden angelegt, um die Rechtsinhalte der Urkunden und Geschäftsvorgänge durch zusätzliche Abschriften zu sichern und zu bündeln. Ordnungsarbeiten des bischöflichen Archivs lassen sich bereits anhand der Register im Cozroh-Codex (BayHStA Hochstift Freising Archiv 1) nachweisen, der um 824 als ältestes Freisinger Traditionsbuch angelegt wurde, und ebenso im illuminierten Traditionscodex des Conradus Sacrista (BayHStA Hochstift Freising Archiv 3) aus dem 12. Jahrhundert.
Die Freisinger Amtsbücher werden heute im Bayerischen Hauptstaatsarchiv aufbewahrt. Sie wurden im 19. Jahrhundert im Zuge der Säkularisierung mit anderem geistlichem Schriftgut nach München gebracht und gehören zu den wichtigsten Quellen der früh- und hochmittelalterlichen Geschichte Altbayerns. Da der Fernbesitz des Bistums im heutigen Österreich, in Slowenien und Südtirol der bischöflichen Verwaltung oblag, überliefern die Freisinger Amtsbücher auch bedeutende Quellen der österreichischen Geschichte sowie zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Alpenraumes.
Die "Freisinger Amtsbücher" sind ein bavarikon Angebot des Bayerischen Hauptstaatsarchivs und der Bayerischen Staatsbibliothek in Zusammenarbeit mit dem Institut für Österreichische Geschichtsforschung an der Universität Wien, Projektbearbeiterin: Univ.-Doz./Dr. Dr. Adelheid Krah, Assoc. Professor.