Die Gravur
Während die Neue Augsburger Kattunfabrik (NAK) die Musterentwürfe aus aller Welt bezog, fand die Herstellung der Druckwerkzeuge in Augsburg statt. Die Abteilung "Gravur" fertigte in einem aufwendigen Prozess mit vielen Arbeitsschritten die Druckwalzen und Druckschablonen an. Dabei gab es verschiedene Verfahren. Die Handgravur stellte die aufwendigste Methode dar. Hier wurde mit Grabsticheln das Muster direkt in die Kupferwalze eingraviert. Als Hilfsmittel zur Übertragung des Musters auf die Walze bediente man sich anfangs kleinerer Walzen, der sogenannten Moletten. In England fand die Molettengravur bereits seit dem frühen 19. Jahrhundert Anwendung. Sie eignete sich besonders für kleinrapportige Muster und Streifen, da sich mit ihr scharfe Konturen und klare Effekte hervorbringen ließen. In der NAK arbeitete man bis 1962 mit diesem Verfahren.
Bei der Pantogravur übertrug ein Graveur die Musterkonturen einer Zeichnung auf eine Zinkplatte in drei- bis fünffacher Vergrößerung. Danach stach er mit einem Stichel die Konturen aus der Platte aus. Anschließend übertrug man mit Hilfe eines Pantographen, auch Storchenschnabel genannt, das Muster auf die eigentliche Druckwalze.
Ein gänzlich anderes Verfahren stellte die Musterübertragung mittels eines Belichtungsverfahrens auf Rotationsschablonen dar. Zu diesem Zweck nutzte die NAK eine große Zweiraumkamera, mit der die großformatigen Filme belichtet werden konnten.