Institut für Österreichische Geschichtsforschung
Das im Jahr 1854 gegründete Institut für Österreichische Geschichtsforschung (IÖG) war bis in die jüngste Vergangenheit eine staatlich finanzierte, nachgeordnete ministerielle Dienststelle und Forschungseinrichtung zur Ausbildung von Archivaren. Die Kriterien zur Editions- und Regestentechnik, der Quellenkunde und der sog. Historischen Hilfswissenschaften wurden hier von international renommierten Forschern und Diplomatikern wie Theodor Sickel (1826-1908), Engelbert Mühlbacher (1843-1903), Heinrich Appelt (1910-1998) und Heinrich Fichtenau (1912-2000) entwickelt, wodurch die Erforschung der deutschsprachigen mittelalterlichen Geschichte eine tragende, wissenschaftliche Basis erhielt. Von Beginn an bestanden enge Verbindungen zur Universität Wien. Das Institut hatte stets seinen Platz in den Baulichkeiten des Hauptgebäudes der Universität. Mit dem 1. Januar 2016 erfolgte eine entscheidende Neuordnung durch die Eingliederung des IÖG in die Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät der Universität unter Beibehaltung der bisherigen Binnenstruktur. Das bedeutet, dass das IÖG in seinen Räumlichkeiten auch weiterhin zahlreiche Angehörige des Instituts für Geschichte (IfG) beherbergt, namentlich Personen, die in den Arbeitsbereichen "Österreichische Geschichte" und "Mittelalterliche Geschichte" tätig sind, und für diese die Forschungsinfrastruktur sicherstellt, inklusive der bedeutenden Forschungsbibliothek.
Die Kernaufgaben des IÖG gliedern sich in drei Bereiche: Traditionell beschäftigt sich das Institut mit der Erforschung der Österreichischen Geschichte (in ihrem Umfeld mit internationalen Bezügen) und deren Quellen. Ferner sind einige Langzeitprojekte im Bereich der mediävistischen Grundlagenforschung hier angesiedelt: die Mitwirkung an der Diplomatareihe der Monumenta Germaniae Historica und an den Papstregistereditionen, weiters die Bearbeitung der "Regesta Habsburgica" und der "Freisinger Amtsbücher". Die am IÖG wirkenden WissenschaftlerInnen bilden den Lehrkörper für das Fach "Mittelalterliche Geschichte" an der Universität Wien. Darüber hinaus zählt die Koordinierung des "Masterstudiums Historische Hilfswissenschaften und Archivwissenschaft", der österreichweit einzigen akademischen Berufsausbildung für ArchivarInnen, zu den zentralen Aufgaben des IÖG.
Das Institut gibt jährlich die Zeitschrift "Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung" (MIÖG) sowie mehrere Publikationsreihen heraus.
Angebote des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung in bavarikon
Kontakt
Institut für Österreichische Geschichtsforschung
Universitätsring 1
A-1010 Wien
Telefon: +43-1-4277-272 01
Fax: +43-1-4277-9272
E-Mail: ifoeg@univie.ac.at