Rohstoffweiterverarbeitung und industrielle Produktion

Industrielle Betriebe entwickelten sich zumeist in Folge einer Rohstoffweiterverarbeitung, beispielsweise in der Ausschmelzung von Metallen im Zuge des Bergbaus oder in der Raffination von Zucker aus dem Zuckerrohrsaft.

Dagegen ließen sich die Waren aus einheimischen Manufakturen nicht mit den europäischen Massenprodukten vergleichen. Hinsichtlich dieser Fertigprodukte blieb man weitestgehend auf Importe angewiesen. Auch wenn es nach den wirtschaftlichen Krisen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts immer wieder Bestrebung zum Ausbau des industriellen Sektors gab, blieben bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs die hier erzielten Fortschritte auf vergleichsweise niedrigem Niveau.

Die Darstellung von Industrieanlagen auf Banknoten hatte deshalb in erster Linie symbolischen Charakter: Die Abbildung repräsentativer Fabrikanlagen sollte den Eindruck erwecken, dass die noch jungen Nationen Lateinamerikas zu modernen und leistungsfähigen Volkswirtschaften nach dem Vorbild Europas und Nordamerikas aufgestiegen seien.

Argentinien 1889, Fabrikanlage im neoklassizistischen Stil: Das zweckmäßige Gebäude inmitten der argentinischen Großstadt Córdoba erhält durch seine Fassadenarchitektur einen repräsentativen Charakter.

Mexiko 1914, rauchende Schornsteine inmitten vom Mexiko City: Die steinernen Kolonialbauten des Stadtzentrums waren schwarz vom Ruß der Fabrikanlagen.

Nicaragua 1941, Anlieferung des geschnittenen Zuckerrohrs in die Zuckerfabrik: Direkt nach der Ernte wird mittels Walzen der Saft herausgepresst und zu Rohrzucker raffiniert.