Belgien

Belgien verfolgte unter König Leopold I. (1790-1865) erste koloniale Ambitionen. Dafür wurde eigens die Compagnie Belge de Colonisation gegründet. Der belgische König Leopold II. (1835-1909) kaufte von 1879 bis 1885 große Teile des Territoriums der heutigen Republik Kongo von den Bantu-Häuptlingen auf. Damit waren diese Territorien Privatbesitz der belgischen Krone und erhielten die Bezeichnung Kongo-Freistaat.

Die Privatkolonie sollte größtmöglichen Gewinn durch den Abbau von Elfenbein, Palmöl und vor allem Kautschuk bringen. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden brutale Methoden ergriffen. So wurden Menschen aus den Dörfern in Geiselhaft genommen und bei zu später oder zu geringer Ablieferung der Ernte mit harter körperlicher Gewalt bestraft, bis hin zum Mord.Die kompromisslose Ausbeutung der Herkunftsgesellschaft und die Anwendung äußerst brutaler Gewaltpraktiken wurden international bekannt und zwang Leopold II. zum Verkauf des Freistaates an den belgischen Staat. So wurde 1908 die Kolonie Belgisch-Kongo errichtet. Dies änderte aber nichts an Unterdrückung, Ausbeutung und Gewalt.

Erste Papiergeldausgaben erfolgten 1896 durch den Staat. Schon einige Jahre zuvor, 1887, hatte Leopold II. per Dekret den Franc als Zahlungsmittel bestimmt. Mit der Errichtung der Kolonie 1908 wurde die Banque du Congo Belge gegründet. Sie emittierte ab 1912 Banknoten, das Notenrecht endete 1952.

Weitere koloniale Besitzungen gab es nicht, abgesehen von Ruanda-Urundi, das der Völkerbund 1919 als Mandatsgebiet belgischer Verwaltung unterstellte.

Kongo-Freistaat

Kolonie Belgisch-Kongo

Kolonie Belgisch-Kongo