Archiv des Bistums Passau

Das Archiv des Bistums Passau ist als institutionelles Gedächtnis zentrale Anlaufstelle der Diözese für ihre fast 1300jährige Geschichte.

In Passau gab es nachweislich schon 1167 einen sicheren Ort (lat. "armario nostro", dt. "unser Schrank"), der zur Aufbewahrung wichtiger Schriftstücke des Bischofs diente. Je wichtiger im Lauf der Jahrhunderte Schriftlichkeit im Verwaltungshandeln wurde, desto unentbehrlicher wurde auch im Bistum Passau das Archiv, das die schriftliche Überlieferung bewahrte, ordnete und erschloss. Herausragende Bedeutung kam ihm in Fragen der Rechtssicherung zu. Über die Jahrhunderte hinweg formten Archivare wie Philipp Wilhelm von Hörnigk (1640-1714) und Anselm Desing (1699-1722) die schriftliche Überlieferung. Schon allein aufgrund seiner langen Tradition stellt das Archiv, trotz eines durch die Zeiten doch sehr unterschiedlichen Grades der Professionalisierung, einen bedeutsamen Ort der Selbstvergewisserung dar.

Elementare Ereignisse – Naturkatastrophen, Brände und Kriege – verursachten große Verluste und Überlieferungsbrüche. Vor allem aber wirkten sich die josephinische Diözesanregulierung 1783/1785 und die Säkularisation 1803 fundamental auf die Verfasstheit des Archivbestands aus. Zuständig für die Pfarreien und zentralen diözesanen Einrichtungen zeichnet das Archiv derzeit für ca. 9.000 lfd. Meter Schriftgut verantwortlich.

Im 20. Jahrhundert institutionalisierte sich das Archiv in seiner heute bestehenden Form. Über das Bewahren, Ordnen und Erschließen hinaus öffnete es sich mehr und mehr der allgemeinen historischen und regional- wie familiengeschichtlichen Forschung und wurde zu einem Ort der Geschichtsvermittlung. Kooperationen mit der Universität Passau und weiteren Forschungseinrichtungen eröffnen heute viele Möglichkeiten, am archivwissenschaftlichen wie historischen Forschungsdiskurs teilzunehmen. Schließlich ist dem Archiv die Unterstützung der Familien- und Heimatforschenden unverzichtbar in sein Profil eingeschrieben.

Schon vergleichsweise früh hat das Archiv den inzwischen omnipräsenten Umbruch vom analogen in das digitale Zeitalter wahrgenommen und darauf geantwortet. Es konzentriert sich dabei bewusst auf die Digitalisierung großer und wichtiger Bestände. So wurden zunächst die historischen Urkunden und Kirchenbücher digitalisiert und im Internet präsentiert, später folgten weitere Quellen wie beispielsweise die Ausgaben des Passauer Bistumsblatts 1936-1941. Darüber hinaus steht den Nutzenden auf der Website des Archivs eine genealogische Datenbank zur Verfügung, die die digitalisierten Kirchenbücher erschließt. Seit mehreren Jahren ist das Archiv des Bistums Passau zudem Teil von READ-COOP SCE (Recognition and Enrichment of Archival Documents) und unterstützt damit die Entwicklung der automatisierten Handschriftenerkennung.

Sammlungen des "Archivs des Bistums Passau" in bavarikon

Ausstellungen des "Archivs des Bistums Passau" in bavarikon

Kontakt

Archiv des Bistums Passau
Luragogasse 4
94032 Passau

Telefon: +49 (0)851/393-1470
E-Mail: archiv@bistum-passau.de