Wallfahrtsmedaillen der Sammlung Münsterer

Wallfahrten und Pilgerfahrten sind Glaubensreisen, die in der Regel zu Fuß zu bewältigen sind, aber auch mit einem Reittier oder mit einem Fahrzeug zurückgelegt werden können. Im Unterschied zur Pilgerfahrt gilt die Wallfahrt zumeist einem Ziel in räumlicher Nähe zum Wohnort. Einer Wallfahrt geht oft ein Gelübde voraus. Gläubige bitten in diesem Zusammenhang um himmlischen Beistand in körperlichen oder seelischen Nöten und geloben einen bestimmten Gnadenort nach erfolgter Besserung aufzusuchen, um dort ihren Dank abzustatten. An den meisten bayerischen Gnadenstätten waren seit dem 17. Jahrhundert Medaillen als 'fromme' Souvenirs erhältlich. Das Motivspektrum dieser münzähnlichen Wallfahrtszeichen ist überschaubar. Zumeist zeigen sie die aufgesuchten Gnadenbilder, also eine der zahlreichen Muttergottesdarstellungen auf der Vorder- und eine oder einen Heiligen auf der Rückseite. Flankierende Inschriften benennen das jeweilige Motiv und den besuchten Ort. Seit dem 19. Jahrhundert werden Wallfahrtsmedaillen in industriellem Maßstab angefertigt, um die bis heute anhaltend große Nachfrage zu bedienen. Aus bedeutenden Wallfahrtsorten wie Altötting, Andechs, Bogenberg, Ettal oder Wessobrunn liegen ganze Serien an Medaillen vor, die das Kulturphänomen Wallfahrt und die speziellen Souvenirs über Jahrhunderte hinweg belegen. Viele Wallfahrtsmedaillen weisen in erheblichem Maß abgegriffene Oberflächen auf, was darauf hindeutet, dass ihre Besitzerinnen und Besitzer sie zur Stärkung und als Ausdruck ihres Glaubens oft und lange direkt am Körper getragen oder betend in Händen gehalten haben müssen.

Die anderen Teilsammlungen zu "Wallfahrtsmedaillen und Pilgerzeichen der Sammlung Münsterer" in bavarikon

>> Diese Sammlung ist Teil der Sammlung "Wallfahrtsmedaillen und Pilgerzeichen der Sammlung Münsterer" im Bestand des Bayerischen Nationalmuseums.