Wallfahrtsandenken der Sammlung Münsterer
Wallfahrten und Pilgerreisen waren für die meisten Menschen keine alltäglichen Erfahrungen, sondern Ausnahmesituationen. Der Anlass für eine fromme Reise war oft einem besonderen Anliegen geschuldet, etwa um zu einem Gelübde zu stehen. Deren Vollzug sorgte für ein Hochgefühl seelischer Erfüllung und konnte zu einer Bestärkung im Glauben führen. Dementsprechend kam dem Akt der Erinnerung an die erfreulichen Erlebnisse unterwegs und am Zielort große Bedeutung zu. Damit bei zwangsläufig wachsendem zeitlichen Abstand zur Reise nicht alle Erinnerungen daran langsam verblassten, erwarben die Reisenden dingliche Souvenirs zur Vergegenwärtigung oder zumindest Wiedererinnerung des Abwesenden. Hierbei sind an erster Stelle die offiziell ausgegebenen Wallfahrtsmedaillen und Pilgerzeichen zu nennen, doch zählen auch alle möglichen natürlichen oder künstlichen Fundstücke am Gnadenort dazu. In Santiago de Compostela beispielsweise suchen Pilgerinnen und Pilger noch heute nach Schalen von Jakobsmuscheln am nahen Strand. Wallfahrerinnen und Wallfahrer nahmen oft kleine, auf den Boden gefallene Bruchstücke aus dem Mauerwerk oder Verputz von Kapellen und Kirchen an sich oder sammelten etwas Erde am Zielort ein, um diese mit nach Hause zu transportieren. Dort wurden diese an sich wertlosen, aber mit individueller Bedeutung aufgeladenen Dinge nicht zuletzt von interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern bestaunt.
Die anderen Teilsammlungen zu "Wallfahrtsmedaillen und Pilgerzeichen der Sammlung Münsterer" in bavarikon
- Wallfahrtsmedaillen der Sammlung Münsterer
- Pilgerzeichen der Sammlung Münsterer
- Gedenkmedaillen der Sammlung Münsterer
- Breverl der Sammlung Münsterer
>> Diese Sammlung ist Teil der Sammlung "Wallfahrtsmedaillen und Pilgerzeichen der Sammlung Münsterer" im Bestand des Bayerischen Nationalmuseums.