Pilgerzeichen der Sammlung Münsterer
In vielen Wallfahrtsorten wurden ab dem 12. Jahrhundert an die frommen Reisenden sogenannte Pilgerzeichen verkauft. Dabei handelte es sich meist um beschriebene und später bedruckte Pergament- und Papierzettel, aus Zinn gegossene Aufnäher oder Naturalien, vor allem Schalen von Jakobsmuscheln. Pilgernde trugen die in großer Zahl ausgegebenen Gegenstände als Zeichen ihres temporären Status oft gut sichtbar an ihrer Kleidung oder Kopfbedeckung. Zuhause verschafften ihnen die mitgebrachten Zeichen Anerkennung unter ihren Mitmenschen. Als Motiv von Pilgerzeichen diente zumeist das aufgesuchte Kultobjekt, also das Bild des oder der am betreffenden Wallfahrtsort verehrten Heiligen, der Muttergottes oder das eines heiligen Gegenstands, bei dem es sich um eine Reliquie, Hostie oder einen Kreuzpartikel handeln konnte. In bedeutenden bayerischen Wallfahrtsorten wie Regensburg wurden noch bis in die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts Pilgerzeichen aus Zinn ausgegeben. Spätestens um 1600 ersetzten zunehmend münzähnlich gestaltete Medaillen aus Messing, Bronze oder Silber, die an einer Kette um den Hals getragen wurden, die Pilgerzeichen. In einigen Fällen besitzen diese Medaillen aber auch zwei oder mehr Ösen, um auf die Kleidung genäht werden zu können. Solche Stücke verdeutlichen den inneren Zusammenhang von Pilgerzeichen und Wallfahrtsmedaillen besonders gut.
Die anderen Teilsammlungen zu "Wallfahrtsmedaillen und Pilgerzeichen der Sammlung Münsterer" in bavarikon
- Wallfahrtsmedaillen der Sammlung Münsterer
- Wallfahrtsandenken der Sammlung Münsterer
- Gedenkmedaillen der Sammlung Münsterer
- Breverl der Sammlung Münsterer
>> Diese Sammlung ist Teil der Sammlung "Wallfahrtsmedaillen und Pilgerzeichen der Sammlung Münsterer" im Bestand des Bayerischen Nationalmuseums.