Gedenkmedaillen der Sammlung Münsterer

In der Regel beziehen sich Jubiläen von Wallfahrtsstätten auf die Auffindung, Einbringung, Erhebung, Übertragung oder Stiftung des verehrten Gnadenbildes, die Erstnennung einer Gnadenstätte oder das Jahr der Heiligsprechung eines bedeutenden Kirchenmannes, wie etwa das 900. Jubiläum auf den Augsburger Bischof Ulrich im Jahr 1893. Die Feier der Wiederkehr eines solch erfreulichen Datums besaß und besitzt eine große Bedeutung, weil die Vermittlung von Gnadenstätten als historische Orte nicht nur eine Brücke zum Geschichtsverständnis der Bevölkerung darstellen konnte. Noch wichtiger war in diesem Zusammenhang wohl das mit einem möglichst hohen Alter assoziierte Renommee eines Gnadenortes oder -bildes. Jubiläumsfeiern an Gnadenorten waren seit der Frühen Neuzeit ein Anlass, um besondere Andenken in Form von Medaillen prägen zu lassen. Als Variante der Wallfahrtsmedaille scheint sich diese Art Souvenir einer frommen Reise großer Beliebtheit erfreut zu haben. Bis Ende des 18. Jahrhunderts wurden Jubiläen allenfalls in Hundertjahrschritten oder Vielfachen davon gefeiert. Ein Beispiel hierfür ist das 600. Jubiläum der Übertragung des Gnadenbildes vom Kloster Lambrecht nach Mariazell im Jahr 1757. Ab dem 19. Jahrhundert gedachten Jubelfeiern zunehmend den Halbjahrhunderten, so das 250. Jubiläum auf die Wallfahrt nach Maria Hilf bei Amberg im Jahr 1884. Noch vor 1900 kamen in wachsendem Umfang auch 1.000- und 1.200-Jahrfeiern hinzu, etwa das 1.200-jährige Jubiläum des Todesjahrs der Heiligen Marinus und Anianus in Wilparting im Jahr 1897. Im 20. Jahrhundert hat es sich eingebürgert die Vielfachen von 100, 50, 25 generell als feierwürdig anzusehen.

Die anderen Teilsammlungen zu "Wallfahrtsmedaillen und Pilgerzeichen der Sammlung Münsterer" in bavarikon

>> Diese Sammlung ist Teil der Sammlung "Wallfahrtsmedaillen und Pilgerzeichen der Sammlung Münsterer" im Bestand des Bayerischen Nationalmuseums.