Die Sammlung Karl Hocheder des Architekturmuseums der TUM

Karl Hocheder (1854-1917) prägte zusammen mit Theodor Fischer (1862-1938), Gabriel von Seidl (1848-1913) und Hans Grässel (1860-1939) um die Jahrhundertwende das Münchner Stadtbild. Sein bekanntestes Werk ist das Müller’sche Volksbad, eine seinerzeit vorbildliche städtische Badeanstalt, die einen markanten architektonischen Akzent am Isarufer setzt.

Hocheder, Sohn des Bürgermeisters und späteren Generaldirektors der bayerischen Verkehrsanstalten Adolf von Hocheder (1821-1894), wurde in Weihammer bei Weiden in der Oberpfalz geboren. Nach Besuch des Realgymnasiums in München studierte er von 1874 bis 1878 Architektur an der Technischen Hochschule München (heute TUM) bei Gottfried von Neureuther (1811-1887), 1881 bestand er die Staatsprüfung.

Von 1881 bis 1885 war Hocheder Assistent bei Friedrich von Thiersch (1852-1921), dem Nachfolger von Gottfried von Neureuthers, am Lehrstuhl für Höhere Baukunst. 1885 ging er als Bauamtsassessor zunächst nach Amberg und war seit 1886 am Landbauamt in München tätig. 1889 wurde er städtischer Bauamtmann, in dieser Position begründete er seinen Ruf als Architekt "ansprechender Architekturbilder", dies brachte ihm 1898 die Professur für "Civilbaukunde" an der TH München ein.

Für die Landeshauptstadt München schuf Hocheder eine Reihe neuer Schulen, das Turbinenhaus an der Maximiliansbrücke sowie das Münchner Verkehrsministerium mit der berühmten "Hocheder-Kuppel" (im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, 1959 abgetragen). In seiner Lehre wie auch seinen Bauten vertrat er einen Barockstil, der bald als typisch münchnerisch angesehen wurde.

Hocheder erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Michaels- und den preußischen Kronenorden, er war Ritter des bayerischen Maximiliansordens, Mitglied der Berliner Akademie der Künste sowie Ehrenmitglied der Akademie der Bildenden Künste München. Im Alter von 63 Jahren starb Hocheder an einem Herzinfarkt.

Der Bestand von Karl Hocheder umfasst 96 Zeichnungen, zumeist Lichtdrucke. Der größte Teil konnte 1976 vom Deutschen Museum übernommen werden.

Besonderes Objekt der Sammlung:

>> Diese Sammlung ist ein Bestand des Architekturmuseums der Technischen Universität München.