Werke des Blauen Reiters in der Staatlichen Graphischen Sammlung München
Die Staatliche Graphische Sammlung München gehört weltweit zu den Museen, die einzigartige Sammlungsbestände des "Blauen Reiters" bewahren, darunter Werke von Wassily Kandinsky (1866-1944), Franz Marc (1880-1916), August Macke (1887-1914), Alexej von Jawlensky (1864-1941) und Paul Klee (1879-1940). "Der Blaue Reiter" war eine lose Gemeinschaft von Künstlern unterschiedlicher Ausprägung. Ihre Hauptaktivität bestand aus gemeinsam organisierten Ausstellungen zwischen 1911 und 1914 sowie der Herausgabe des 1912 erschienenen Almanachs "Der Blaue Reiter". Der Titel dieser Programmschrift und ein gleichnamiges Bild von Kandinsky sind Namensgeber der Avantgarde-Bewegung. Marc und Kandinsky fungierten gleichermaßen als Herausgeber der Programmschrift wie als Redakteure der Ausstellungen. Mit Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 wurden die Aktivitäten der Künstlergemeinschaft jäh abgebrochen. Kandinsky und Jawlensky, beide russischer Herkunft, mussten Deutschland verlassen; Macke, Marc und Klee wurden einberufen. Macke kam 1914, Marc 1916 im Krieg zu Tode.
Die zukunftsweisenden Aktivitäten des "Blauen Reiters", der zu einer der wichtigsten und erfolgreichsten Avantgarde-Bewegungen des Expressionismus werden sollte, machten München zu einem bedeutenden Kunstzentrum. Kandinsky, Marc und andere gelangten hier zu farbintensiven und expressiven neuen Ausdrucksmöglichkeiten, die zur abstrakten Kunst führten. Man versuchte nicht mehr, einen Gegenstand möglichst realistisch abzubilden, sondern dieser wurde einzig zum Ausgangspunkt für gegenstandslose Formulierungen. Wichtige Anregungen erhielten die Künstler durch die bayerische Volkskunst und die voralpenländische Landschaft.
Von Franz Marc, neben Kandinsky zentrale Hauptfigur des "Blauen Reiters", besitzt die Staatliche Graphische Sammlung München weit über 200 Werke. Darunter befindet sich auch das sogenannte Skizzenbuch aus dem Felde aus dem Jahr 1915, das heute als Marcs künstlerisches Testament gilt. Neben ihrer Tätigkeit als bildende Künstler waren die Künstler des "Blauen Reiters" auch als Autoren tätig und gestalteten Bücher. Zwei der bekanntesten Schriften von Kandinsky sind ebenfalls in der Staatlichen Graphischen Sammlung München vorhanden: "Über das Geistige in der Kunst" (1912) und "Klänge" (1912/13). Ersteres enthält einen kunsttheoretischen Text von Kandinsky, dem er Vignetten (Bilddarstellungen zu Beginn eines Kapitels zugeordnet hat. Für "Klänge" verfasste der Künstler 38 Gedichte in Prosa und schuf zwölf farbige und 44 schwarz-weiße Holzschnitte.
Diese Sammlung befindet sich im Aufbau und wird noch um weitere Objekte ergänzt.
>> Diese Sammlung ist ein Teil der Sammlung "Der deutsche Expressionismus und Der Blaue Reiter in der Staatlichen Graphischen Sammlung München" im Bestand der Staatlichen Graphischen Sammlung München.