Postkarten aus der Sammlung Puppentheater und Schaustellerei des Münchner Stadtmuseums
Die Sammlung Puppentheater und Schaustellerei des Münchner Stadtmuseums ist heute eine der größten Fachsammlungen weltweit. Sie wurde im Jahr 1940 als "Puppentheatersammlung der Stadt München" gegründet. Beginnend bei den Puppentheatern auf Dulten und Oktoberfest reicht die starke Tradition dieser Kunstgattung in München über das 1858 von Josef Leonhard Schmid begründete "Münchner Marionettentheater" bis hin zu Paul Branns "Marionettentheater Münchner Künstler". Zudem hatte seit Beginn des 20. Jahrhunderts das Puppentheater überall in Europa eine Renaissance erlebt. Bildende Künstler, Regisseure und Schauspieler entdeckten und verwandelten das Genre. Die NS-Kulturpolitik wollte das Puppentheater später als vermeintliche "Volkskunst" fördern und für propagandistische Zwecke vereinnahmen.
Den Grundstock der Münchner Sammlung bilden Objekte, die der Volkskundler Hans Netzle (1902-1946) und der spätere Sammlungsgründer Ludwig Krafft (1901-1977) für die 1939 geplante, dann jedoch wegen des Kriegsausbruchs abgesagte Ausstellung "Das süddeutsche Puppenspiel" zusammengetragen hatten. Die Sammlung wurde nach 1945 um Figuren aus dem außereuropäischen Raum und wertvolle Grafikbestände erweitert. 1983 kam der Bereich der Schaustellerei, betreut von Dr. Florian Dering, als Sammlungsgebiet hinzu.
Zum Bestand der Sammlung Puppentheater und Schaustellerei gehören auch ca. 13.000 Ansichtskarten zu allen Facetten von populären Vergnügungsformen. Nach der Einführung der Postkarte im deutschsprachigen Raum im Jahr 1870 waren zunächst hauptsächlich Korrespondenzkarten ohne Bild gebräuchlich. Zwischen 1896 und 1918 erlebte die Ansichtskarte dann ihre Blütezeit und wurde zu dem populären Bildmedium des beginnenden 20. Jahrhunderts. Aus dieser Zeit stammen auch zum großen Teil die Postkarten dieser Sammlung. Sie vermitteln ein lebendiges Bild der Massenvergnügungen im frühen 20. Jahrhundert und zeigen einen wichtigen Bereich des Lebens der "kleinen Leute".
Inhaltlich repräsentiert der Postkartenbestand die wichtigsten Themen der Sammlung. Neben dem Puppentheater zählen im Bereich der Schaustellerei das Oktoberfest und andere Volksfeste dazu, außerdem die damit eng verknüpften Themen des Münchner Biers, der bayerischen Trachten und der Schaustellergeschäfte. Auch zu anderen Vergnügungsstätten in München und weltweit wie Gaststätten, Ausstellungen, Schaugeschäften bis hin zum Zirkus finden sich Motive in der Sammlung.
München war mit seinen Verlagen und Druckereien ein Zentrum der deutschen Postkartenproduktion. Ab 1919 sorgten andere Kommunikationsformen, wie das Telefon, für ein Ende der Blütezeit der Postkarte. Dennoch blieben vor allem auch Jux- und Fotokarten lange Zeit ein beliebtes Medium.
Diese Sammlung befindet sich im Aufbau und wird noch um weitere Objekte ergänzt.
Die Teilsammlungen zu "Postkarten aus der Sammlung Puppentheater und Schaustellerei des Münchner Stadtmuseums" in bavarikon
- Puppentheater aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf Postkarten des Münchner Stadtmuseums
- Das Oktoberfest auf Postkarten des Münchner Stadtmuseums
- Vergnügungsstätten in München und anderen Orten auf Postkarten des Münchner Stadtmuseums
- Volksfeste und Bier auf Postkarten des Münchner Stadtmuseums
- Schaustellerei und Zirkus auf Postkarten des Münchner Stadtmuseums
>> Diese Sammlung ist ein Bestand des Münchner Stadtmuseums.