Gemeinde Sennfeld
Das unterfränkische Dorf Sennfeld trägt wie sein Nachbar Gochsheim das Attribut "ehemals kaiserlich unmittelbares und freies Reichsdorf". Der Ort wurde erstmals 1094 in einer Urkunde Kaiser Heinrichs IV. (1084-1105) erwähnt.
Um 1317 ist grundbücherlich belegbar, dass in Sennfeld ein "Gericht des Reichs wegen" bestand. Der Ort kann daher ab dieser Zeit als Reichsdorf bezeichnet werden. 1540 löste sich die Pfarrei Sennfeld von der Mutterkirche in Gochsheim und wurde selbstständig. Kurz nach der Reformation bekannten sich sämtliche Einwohner zum lutherischen Glauben.
Sennfeld und Gochsheim kamen 1575 unter die Schutz- und Schirmherrschaft des Würzburger Fürstbischofs Julius Echter (1573-1617). Beide Reichsdörfer verloren im Jahr 1635 die Reichsfreiheit, da sie Kaiser Ferdinand II. (1619-1637) in einem Lehenbrief an den Würzburger Fürstbischof Franz Graf von Hatzfeld durch Schenkung übereignete.
Nachdem Sennfeld am Ende des Dreißigjährigen Kriegs (1618-1648) durch schwedische Soldaten schwer verwüstet worden war, erlangte es am 14. August 1649 erneut die Reichsfreiheit. Anlässlich dieses Ereignisses wurde ein Friedensfest mit Tanz und Musik gefeiert. Der aus dieser Zeit stammende "Plantanz" wird heute noch zur Kirchweih getanzt und gilt als Symbol der wiedererlangten Reichsfreiheit. 1802 verlor das Dorf sie jedoch erneut und wurde in das Kurfürstentum Bayern eingegliedert.
Die Sennfelder Kirchweih (Friedensfest) ist seit 2016 Teil des immateriellen Kulturerbes und als eines der traditionsreichsten fränkischen Feste anerkannt.
Seit 2011 wird im kommunalen Archiv der historische Kirchenmusikbestand des Dorfschullehrers Johann Leonhardt Ludwig (1768-1812), der seit 1794 als Lehrer und Komponist in Sennfeld tätig war, fachgerecht aufbewahrt.
Text: CC0
Autor: KMD Jörg Wöltche
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