Kronprinzenzeit

1806 stieg das Kurfürstentum Bayern im Gefolge Napoleons zum Königreich auf – Ludwig wurde Kronprinz. Als glühender Patriot lehnte er die französische Orientierung seines Vaters entschieden ab. Ein siebenmonatiger Pflichtaufenthalt am Pariser Hof bestärkte ihn noch darin. Und doch erhielt er dort wesentliche Impulse für seine künftige Herrschaft.

Ludwig nutzte seine Kronprinzenzeit, um sich fundiert in die Staatsverwaltung einzuarbeiten. Er hatte große Pläne und wollte bereits jetzt aktiv an der Regierung teilnehmen. Vom Vater wegen seiner antifranzösischen Bestrebungen ausgebremst, konzentrierte er sich auf die Realisierung seiner kunstpolitischen Visionen, zu denen er auf seinen Bildungsreisen angeregt worden war.

Nach seiner Hochzeit mit Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen 1810 residierte der Kronprinz als Generalgouverneur des Inn- und des Salzachkreises in Innsbruck und auf Schloss Mirabell in Salzburg. 1811 wurde der Thronfolger Maximilian geboren, das erste von insgesamt neun Kindern. Ab 1816 bezog die junge Familie die Würzburger Residenz.

In den folgenden Jahren griff Ludwig immer mehr in die Politik seines Vaters ein: Auf dem Wiener Kongress (1814/15) vertrat er eine deutsch-nationale Haltung; 1817 bewirkte er die Absetzung des profranzösischen Ministers Montgelas. Auch an der Verfassung von 1818 hatte der Kronprinz maßgeblichen Anteil.

Dr. Elisabeth Kuen

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