Förderer der schönen Künste
"Als Luxus darf die Kunst nicht betrachtet werden, in allem drücke sie sich aus, sie gehe über ins Leben, nur dann ist sie, was sie sein soll", erklärte König Ludwig I., der ein großer Förderer der Künste war. Er sammelte eine Vielzahl von Meisterwerken der ägyptischen, griechischen und römischen Antike, Arbeiten berühmter Maler der Renaissance sowie des Klassizismus. Außerdem protegierte er bereits etablierte, aber auch unbekanntere zeitgenössische Künstler. Für seine Sammlungen ließ er nicht nur eigene Museen als Präsentations- und Bildungsstätten bauen, sondern nutzte Kunst- und Bauwerke immer wieder auch geschickt für die eigene politische Machtdemonstration. Seine Kunstsammlung beinhaltet Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen und sogar eine eigens für ihn erschaffene Schönheitengalerie. In ihrer Fülle und Vielfalt kann sie als eine der wertvollsten weltweit betrachtet werden.
Bereits in jungen Jahren sammelte Ludwig Kunst und setzte hierfür, wie damals üblich, Agenten ein, die die wichtigsten Kunstwerke für ihn aussuchen und erwerben sollten. Hierbei finanzierte er Käufe häufig aus eigenen Mitteln. Zeit seines Lebens pflegte er engen Kontakt mit Malern, Bildhauern, Architekten und Schriftstellern, über die er sagte: "Freude und Stolz sind mir meine Künstler".
Der lyrisch ambitionierte Monarch griff aber auch selbst zur Feder, um das ein oder andere dichterische Werk zu Papier zu bringen. Nicht immer wurden seine Verse mit Lob bedacht, doch spiegeln sie auf spannende Weise den Geist und das Wesen Ludwigs wider, der sein Leben lang versuchte, Spuren für die Nachwelt zu hinterlassen. Besonders eindringlich ist ihm dies in den Bauwerken, aber vor allem auch in seinen Kunstsammlungen gelungen.
Und so lesen sich die Worte Ludwigs I., die er 1846 zur Grundsteinlegung der Neuen Pinakothek wählte, wie eine Ode an seine Leidenschaft für die schönen Künste und gleichsam als Mahnung an nachfolgende Generationen, die Leistung des Künstlers über die eines Herrschers zu stellen: "Des Staatsmannes Werke werden längst vergangen sein, wenn die des ausgezeichneten Künstlers noch erhebend erfreuen."
Manuel Schimansky
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