Passah-Haggada - BSB Cod.hebr. 200 Über das Objekt

Passah-Haggada - BSB Cod.hebr. 200

Letztes Viertel 15. Jh.
  • [S.l.] Bayern

Beschreibung

Diese Haggada Shel Pesach (Passah-Haggada) enthält die hebräischen und aramäischen Texte, die am ersten Abend, in der Diaspora auch am zweiten Abend des Passahfestes bei der Familienfeier zur Erinnerung an den Auszug der Israeliten aus Ägypten verlesen und gesungen werden. Enthalten ist außerdem ein polemischer, lateinischer Text, der von einem christlichen Hebraisten, wohl 1492 vom Dominikaner Erhardus, verfasst wurde und der die bekannten Ritualmordbeschuldigungen gegen die Juden wiederholt. Die Haggada wurde oft reich illuminiert und mit Miniaturen ausgeschmückt. Mit ihren 23 Miniaturen ist diese Handschrift ein gutes Beispiel für die jüdische Buchkunst des ausgehenden Mittelalters im südlichen Bayern. Die sehr wahrscheinlich für die jüdische Gemeinde in Passau gefertigte Haggadah erhielt ihre Illumination von einer christlichen Buchmalereiwerkstätte. Stilistisch hängen die Bilder von der Buchmalerei Ulrich Schreiers und seiner Wiener Nachfolger ab. Wohl spätestens 1493 gelangte die Handschrift in das ehemalige Benediktinerkloster Tegernsee. Mit Auflösung des Klosters im Jahr 1803 gelangte die Haggada in die Münchner Hofbibliothek, die Vorgängerin der Bayerischen Staatsbibliothek. Datum: 2019

Bayerische Staatsbibliothek, Orient- und Asienabteilung

CC0