Psalter (Bobbio-Psalter) - BSB Clm 343

Bayerische Staatsbibliothek

Beschreibung

Zusammen mit zwei Handschriften in der Vatikanischen Bibliothek zählt dieser Ambrosianische Psalter zu der sehr selten überlieferten "diakritischen Mailänder Psalmenrezension". Diese vom römischen Ritus abweichende Fassung entstand zwischen dem Ende des achten Jahrhunderts und der Mitte des neunten Jahrhunderts im Bistum Mailand, sie wird auf den Mailänder Schutzheiligen Ambrosius zurückgeführt und ist teilweise bis heute im Bistum Mailand in Gebrauch. Die 150 Psalmen sind in 15 Dekaden aufgeteilt, jeder Zehnerschritt wird durch eine Initiale besonders ausgezeichnet. Voraus gehen den Psalmen ein textkritisches Vorwort sowie andere einleitende Stücke. Cantica und Hymnen in der für Mailand typischen Zusammensetzung schließen sich an. Die Datierung der Handschrift ist umstritten: aufgrund von Schrift und Liturgie wird die Handschrift von einigen Forschern in die zweite Hälfte des neunten Jahrhunderts datiert, dagegen plädieren vor allem Kunsthistoriker für eine Entstehung rund hundert Jahre später. Für einige Jahrhunderte blieb die Handschrift in Mailand im Gebrauch. Spätestens 1580 ist sie in der herzoglichen Kunstkammer in München nachweisbar, von dort gelangte sie in die Hofbibliothek. Neben einem ganzseitigen Bild des musizierenden David zieren die Handschrift Rahmen mit Flechtwerk sowie historisierte oder figürliche Initialen. Das stilistische Vorbild der franko-sächsischen Buchmalerei erscheint regional abgewandelt. Spätantike Einflüsse zeigt insbesondere die Behandlung der Figuren. Datum: 2019

Autor

BSB, Abteilung für Handschriften und Alte Drucke

Rechtehinweis Beschreibung

CC0