Autorenporträt zu Asta Scheib Über das Objekt

Beschreibung

Bereits während ihrer Ausbildung zur Textilingenieurin schreibt Asta Scheib erste Gedichte und Erzählungen. Ab Mitte der 1970er Jahre ist sie als Redakteurin für Zeitschriften wie Brigitte, Freundin, Eltern und Mädchen tätig. Für den Literaturteil der Süddeutschen Zeitung verfasst sie zahlreiche Porträts, unter anderem über >> , Martin Walser, Brigitte Kronauer und Thomas Bernhard. 1974 wird ihre Kurzgeschichte Angst vor Angst von Rainer Werner Fassbinder verfilmt. Seit Mitte der 1980er Jahre arbeitet sie ausschließlich als freie Schriftstellerin, Journalistin und Drehbuchautorin.

Asta Scheibs Debütroman Langsame Tage erscheint 1981. Wie in vielen ihrer späteren Werke steht auch hier eine Frau im Mittelpunkt, die sich fremd und ausgeschlossen fühlt. „Ich hatte immer das Gefühl, anders zu sein als andere Kinder, ich habe mich völlig in mich selbst zurückgezogen. Das Schreiben war schon damals für mich Ausweg und Versteck“, erklärt die Autorin, in deren Bücher viel Autobiografisches eingeflossen ist. Außenseiterinnen, die ihren eigenen Lebensweg suchen, sind auch die Protagonistinnen ihrer Romanbiografien: Katharina Bora, die Ehefrau Martin Luthers in Kinder des Ungehorsams (1985), die in Bayern überlebende Jüdin Therese Rheinfelder in Beschütz mein Herz vor Liebe (1992), Ottilie von Faber-Castell, die Erbin der Bleistift-Dynastie, in Eine Zierde in ihrem Haus (1998) und die bayerische Schriftstellerin >> in In den Gärten des Herzen (2002). Die Autorin „verstehe etwas von Frauenleben, die nicht ganz dem herkömmlich-gesellschaftlichen Maßstab entsprechen“, heißt es in der Tageszeitung Die Welt. 

Mit ihrem autobiografischen Roman Sei froh, dass du lebst (2001) wendet sich Asta Scheib dem deutschen Alltagsleben in den 1950er-Jahren zu. In ihrem Roman Der Austernmann (2004) steht erstmals eine männliche Figur im Mittelpunkt, ein Mann, der in Situationen schweigt, in denen er reden müsste. Für katastrophale Ereignisse in der Ehe hat er nur ein Schulterzucken übrig. Mit Frost und Sonne (2007) begibt sich die Autorin ins Russland der Zarenzeit. Das Schönste, was ich sah (2009) würdigt Leben und Werk des österreichischen Malers Giovanni Segantini. 2011 erscheinen der Kurzgeschichtenband Streusand und der Roman Das stille Kind, in dem das Asperger-Syndrom thematisiert wird.

Asta Scheib erhält 1974 den Preis des Werkkreises Literatur der Arbeitswelt, für ihren ersten Roman Langsame Tage den Förderpreis der Akademie für Sprache und Dichtung, 1993 den Ernst-Hoferichter-Preis der Stadt München, 1998 das Bundesverdienstkreuz, 2000 den Bayerischen Verdienstorden und 2003 die Auszeichnung „Pro meritis scientiae et litterarum“ des Bayerischen Staatsministeriums.

Sie ist seit 1982 Mitglied des Verbandes Deutscher Schriftsteller (VS), seit 1986 Mitglied des deutschen P.E.N. und war von 1987 bis 1989 die Vorsitzende des VS Bayern. In dieser Zeit arbeitete sie auch als Rundfunkrätin des Bayerischen Rundfunks.

Asta Agnes Scheib lebt in München.