Autorenporträt zu Thomas Klupp Über das Objekt

Beschreibung

Thomas Klupp wird zwar 1977 in Erlangen geboren, wächst aber als Sohn eines HNO-Arztes in Weiden auf. Mit 16 fährt er „per Anhalter“ durch Frankreich und die Schweiz, wo er – nach eigenen Angaben – dem „Siddharta-Prinzip“ Hermann Hesses folgen muss. Thomas Klupp macht dann am neusprachigen Kepler-Gymnasium in Weiden sein Abitur, absolviert den Zivildienst und arbeitet als Kamera-Assistent beim Privat-TV-Sender „Oberpfalz-TV“ im oberpfälzischen Amberg.

Erste Texte von Thomas Klupp erscheinen im dem seit November 1996 edierten (alternativen) Weidener Literaturmagazin ocwe / oberpfalz cool weiden erst. 2001 beginnt er sein Studium („Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus“) in Hildesheim. Er ist Mitherausgeber der Literaturzeitschrift Bella triste und Mitglied der künstlerischen Leitung des Literaturfestivals Prosanova (2005). Hat Thomas Klupp schon in seiner Jugendzeit als „Mittelfeldspieler“ bei der SpVgg Weiden gekickt, spielt er heute in der deutschen Autoren-Nationalmannschaft (Autonama).

2009 wird Thomas Klupp für seinen Debütroman Paradiso mit dem Förderpreis zum Nicolas-Born-Preis ausgezeichnet, 2010 erhält er den Rauriser Literaturpreis und den Förderpreis der Kulturstiftung Erlangen.

Paradiso führt den Leser (geographisch) zurück in Klupps Oberpfälzer Heimat: „Ich bin ja in Weiden in der Oberpfalz geboren, und das liegt im tiefsten Ostbayern, gleich bei der tschechischen Grenze. Früher haben sich dort Fuchs und Hase Gute Nacht gesagt, aber als der Eiserne Vorhang fiel, ist dort einiges passiert ...“ Per Auto-Stopp sinniert Alex Böhm, Klupps alter ego, über sein Leben, das seiner Familie und ehemaligen Schulkameraden. Letzter Abstecher ist Paradiso, ein Kiesweiher unweit des Monte Kaolino bei Hirschau. Dort kommen alle zusammen, die in Böhms Leben eine Rolle gespielt haben – auch sein bester Freund und seine große Liebe. Als Alex Böhm das „Festl“ nach Sonnenaufgang verlässt, ist nichts mehr so wie zuvor. Am 15. Februar 2013 erfolgt die Theater-Uraufführung des Roadmovie-Romans im Jugendzentrum Weiden durch das Landestheater Oberpfalz in der Bühnenfassung von Daniel Grünauer und unter der Regie von Marlene Wagner-Müller.

2011 gewinnt Thomas Klupp den Publikumspreis zum Ingeborg-Bachmann-Preis mit seinem satirischen Text 9to5 Hardcore, in dem es um Pornographie und den Universitätsbetrieb geht. 2013 erscheint von ihm eine Kurzgeschichte in der Anthologie Auf und davon. Die schönsten Sommer-Reisegeschichten. Im September 2018 folgt sein zweiter Roman Wie ich fälschte, log und Gutes tat. Handlungsort ist Weiden, Klupps Oberpfälzer „Vorzeigekleinstadt“, in welcher er seine Jugendjahre bis zum Abitur verbringt.

Thomas Klupp ist seit April 2007 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft der Universität Hildesheim tätig. Seit 2008 arbeitet er an seiner Dissertation zu „Poetiken zeitgenössischer Romane“. Der Autor lebt wechselweise in Berlin und Hildesheim.