Autorenporträt zu Friedrich Wilhelm Hermann Über das Objekt

Beschreibung

Als Sohn eines Schneidermeisters besucht Friedrich Wilhelm Hermann die Schule in Memmingen. Einer seiner Lehrer ist der spätere Direktor des evangelischen Ludwigs-Lehrerinnen-Seminars >> , der den jungen Schüler zur Mundartdichtung inspiriert. Im Zuge seiner Ausbildung zum Schneidermeister beim Vater wandert Friedrich Wilhelm Hermann durch Schwaben und Vorarlberg. Zwischen 1910 und 1912 leistet er seinen Militärdienst in Würzburg ab, findet aber immer noch genügend Zeit zum Dichten.

Nachdem er während des Ersten Weltkrieges als Handwerker in Ulm eingesetzt worden ist, lebt Friedrich Wilhelm Hermann wieder in Memmingen. Die erste Gedichtsammlung Mir Memminger bringt er anlässlich des großen Fischertages 1930 heraus. Ein zweiter Band, An d'r blaua Saul, erscheint in Folge, neben einer erweiterten Neuauflage des ersten Büchleins (1930-35). Friedrich Wilhelm Hermanns Liebe gilt aber auch der Theaterkunst, weshalb er zusammen mit Gleichgesinnten in verschiedenen Vereinen Gedichte bzw. Couplets vorträgt und einen Theaterverein gründet. Für das Fischertagstheater schreibt er mehrere Stücke.

Der in Memmingen lebende Schneidermeister, Laiendarsteller im Stadttheater, Kirchenvorstand bei „Unser Frauen“ ist ca. 40 Jahre lang Oberfischer des Fischertagsvereins und betreibt ab 1942 eine eigene Versteigerungshalle. Ab 1948 ist er dann öffentlicher Auktionator.

1959 gibt Friedrich Wilhelm Hermann einen weiteren Gedichtband in Memminger Mundart heraus, Schpiaglschwaub ond Schwaubaschpiagl. Mei letschts Schträußle, eine Art Vermächtnis Hermanns. Im Schlusswort zur zweiten Gedichtsammlung merkt der Dichter an, er habe manches Memminger Vorkommnis in Reime gesetzt, um den Stadtbürgern ihre eigenen „Heldentaten“ zum eigenen und gegenseitigen Ergötzen vorzuhalten.