Autorenporträt zu Franz Sales von Depra Über das Objekt

Beschreibung

Franz Sales von Depra wird 1748 im schwäbischen Ochsenhausen geboren. Er studiert in Augsburg und Dillingen, tritt 1765 in den Benediktinerorden in Ottobeuren ein und wird 1771 Priester. Zehn Jahre später wird er Pfarrer in Ottobeuren, mit einem kurzen Intermezzo in Bayershofen (1790-94).

Von Depra verfasst viele Bücher, die inhaltlich-thematisch der Seelsorgspraxis zugewandt sind. Hinzu kommen Predigten, Erbauungsbücher und Anleitungen zum rechten kirchlichen Lehrverständnis. Zu ihnen zählen z.B. Fruchtbringendes Himmelthau, das ist, Vollständiges Gebethbuch, welches enthält 16 gottselige Unterrichte [...] (1775), Marianische Lob und Sittenpredigten auf die Festtage Mariae der allerseligsten Jungfrau (1784), Alte und neue Denksprüche für Jedermann (1793), Auserlesene Andachten beym heiligen Grabe (1796), Für das ewige Heil der frommen Christen sehr nützliche Betrachtungen, für einen jeden Tag des Monaths, aus der heil. Schrift und der heiligen Väter Lehre gezogen (1799).

Außerdem können bei von Depra seine Bücher für Kinder als „erstes Anzeichen für die im Schwaben des 19. Jahrhunderts rasch aufblühende [...] Kinder- und Jugendliteratur“ (Karl Pörnbacher) beobachtet werden: Kurze Andachten für das fromme Kind (1786), Das kleine fromme Kind (1798), Das kleinere fromme Kind (1799). Ein Buch widmet sich sogar Gegen die höchstschädliche Ergötzlichkeit des Tanzens. Ein heilsames Christenlehrgeschenk für die noch unverdorbene Landjugend (1798).

Theologisch und pastoral scheint von Depra „einen Mittelweg zwischen der überkommenen Barockfrömmigkeit und Reformanliegen der katholischen Aufklärung beschritten zu haben.“ Entsprechende aufklärungstheologische Anliegen teilt er, „wenn er von der dritten Auflage des Himmelsthau an eine Sammlung deutscher Messgesänge anhängt, aber vor allem auch, wenn er deutsche Übersetzungen der Messliturgie verwendet und sogar veröffentlicht.“ (Karl-Friedrich Kemper)