Autorenporträt zu Mauritius von Nattenhausen Über das Objekt

Beschreibung

Mauritius von Nattenhausen tritt am 14. September 1674 in den Kapuzinerorden ein. Wie >> und Heribert von Salurn gehört er zur tirolischen Provinz. 26 Jahre versieht er dort angesehene Kanzeln, vor allem die des Klosters St. Ulrich und Afra in Augsburg.

Sein Hauptwerk trägt den Titel Homo Simplex et Rectus, Oder der alte redliche Teutsche Michel [...] (1701/11). In nur wenigen Jahren erlebt dieses insgesamt 3000 Seiten umfassende Werk aus Sonn- und Feiertagspredigten in zwei Zyklen mehrere Auflagen (1. Jg.: 4. Aufl. 1718; 2. Jg.: 3. Aufl. 1715). Im Anhang zum ersten Jahrgang finden sich Kirchweihpredigten, am Ende des zweiten Festivale Neun Predigen von denen frembden Sünden.

Mauritius' Werk richtet sich in der Figur des deutschen Michels gegen die Überfremdung deutscher Sprache, Literatur und Lebensformen, wie damals seit dem Dreißigjährigen Krieg üblich. Er will dieses kulturemanzipatorische Symbol für die geistliche Lehre genutzt wissen und widmet seine Predigten „Allen und jeden der Alten teutschen Einfalt und Redlichkeit Liebhabern zum Trost, und dann allen eifrigen Seelen-Hirten und Predigern [...] zum Beyhilf“ (zit. n. Elfriede Moser-Rath).

Eingeflochten darin sind wie bei Athanasius Anleihen aus der Volksliteratur sowie bildhafte Wendungen, oftmals mit drastischem Ausmaß. „Herzhafte Texte sind es nicht selten, Texte mit geistvollen oder packenden Erzählungen gewürzt, vor allem aber Texte, die das religiöse Leben ernstnehmen, denn keine ‚Schneider-Suppen‘ habe er gekocht [...], sondern ‚gute ergiebige Brocken eingemischt, daran mancher wird gnug zu schlucken haben‘.“ (Karl Pörnbacher)

In der Ordensliteratur wird Mauritius von Nattenhausen hin und wieder mit >> verglichen.