Gebetbuch Karls des Kahlen Über das Objekt
  • https://bavarikon.de/object/bav:BSV-HSS-00000BSB00079994
  • Gebetbuch Karls des Kahlen
  • Erweiterte Beschreibung
    • wohl Reims
  • zwischen 846 und 869
  • 46 Bl. : Ill., 13,5 x 11 cm / Material: Pergament
    • Latein
    • Gebetbuch Karls des Kahlen - München, Schatzkammer der Residenz -- ResMü Schk 4 WL
    • Spitzenstücke aus der Schatzkammer der Münchner Residenz
  • Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen
  • Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen
    • Bayerische Staatsbibliothek
    • Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen - Signatur: München, Schatzkammer der Residenz -- ResMü Schk 4 WL
    • Uniform Resource Name - Identifikator: urn:nbn:de:bvb:12-bsb00079994-9
    • B3Kat-Identifikator - Identifikator: BV040338915
  • http://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb00079994-9
  • Metadaten-Lizenz: CC0
  • Illuminiert in der Hofschule Karls des Kahlen. - Provenienz: Zürich, Chorherrenstift; sodann Besitz des Abtes Johann Theobald Werle des Klosters Rheinau; später Geschenk für Herzog Wilhelm V. von Bayern, München, alte kurfürstliche Hofbibliothek vor 1803. - Einband: wohl München, nach 1635. - Schatzkammer der Residenz <München>: Katalog. Hrsg.: Herbert Brunner. - 3. Aufl. - München: Bayerische Verwaltung der Staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, 1970
  • 2018-06-08

Gebetbuch Karls des Kahlen

zwischen 846 und 869
  • wohl Reims

Beschreibung

Das kleinformatige Gebetbuch (14,2 x 11,5 x 3,7 cm) stammt aus dem persönlichen Besitz Karls des Kahlen (823-877), dem Enkel Kaiser Karls des Großen (747-814), der 843 die westfränkische Königswürde erlangte und 875 in Rom zum Kaiser gekrönt wurde. Die 46 Pergamentblätter der Handschrift (13,5 x 11 cm) wurden zwischen 846 und 869 in der so genannten Hofschule Karls des Kahlen aufwändig gestaltet. Das Buch enthält Buß- und Stundengebete, Psalmen sowie Gebete für verschiedene Anlässe, die für den Gebrauch Karls abgewandelt wurden. Der Text ist vollständig in Gold, teilweise auf Purpur geschrieben, die Seiten sind mit Ornamentbordüren gerahmt und mit Initialen geziert. Auf der Doppelseite vor einem Gebet zur Verehrung des Heiligen Kreuzes (fol. 38v-39r) finden sich die einzigen figürlichen Darstellungen der Handschrift, zwei ganzseitige Miniaturen, die den Herrscher in Anbetung des gekreuzigten Christus zeigen. Das Gebetbuch Karls des Kahlen in der Schatzkammer der Residenz München ist das älteste überlieferte Königsgebetbuch des Mittelalters. Es gehört zu einer Gruppe prunkvoller Handschriften höchsten Anspruchs, die im Auftrag Karls des Kahlen entstanden und einen letzten Höhepunkt karolingischer Buchkunst darstellen. Vom 14. Jahrhundert bis zur Reformation ist die Handschrift im Großmünster von Zürich nachweisbar. Danach gelangte sie in das Kloster Rheinau (Schweiz), wo sie Herzog Wilhelm V. von Bayern (1548-1626) 1583 für München erwerben konnte. Den heutigen Einband aus Leder mit Goldstickerei und bayerischen Perlen, ließ wohl erst Kurfürst Maximilian I. von Bayern (1573-1651) nach 1635 anfertigen. Dieser ersetzte den ursprünglichen Buchdeckel, der historischen Beschreibungen zufolge zwei Elfenbeinreliefs mit Darstellungen der Verkündigung und der Heimsuchung bzw. der Geburt Jesu Christi aufwies, die sich heute nicht mehr eindeutig nachweisen lassen.

CC0