Der Reitermantel, Gesamtansicht Über das Objekt
  • https://bavarikon.de/object/bav:DMB-KAI-000000000RM00004
  • Der Reitermantel, Gesamtansicht
  • Erweiterte Beschreibung
    • Herrschaftsgebiet Heinrichs II.
  • 1002-1024
  • H. 151,5 cm (Gesamtobjekt) / Material: Goldstickerei in Anlegetechnik auf zwei schwarzblauen Samitgeweben
    • Arabisch
    • Reitermantel, Gesamtansicht
    • Kaisergewand
    • Reitermantel
    • Goldstickerei
    • Pluviale
    • Reliquie
    • Die Bamberger Kaisergewänder
    • Der Reitermantel
  • Bayerische Akademie der Wissenschaften
  • Diözesanmuseum Bamberg
    • Diözesanmuseum Bamberg - Inventarnummer: 3.3.0003
  • Metadaten-Lizenz: CC0
  • Fotograf: Uwe Gaasch; alte Inv.Nr. 2728/3-7
  • 2021-05-27

Der Reitermantel, Gesamtansicht

1002-1024
  • Herrschaftsgebiet Heinrichs II.

Beschreibung

Im Bamberger Domschatz haben sich sechs sog. Kaisergewänder erhalten, die als Erinnerungsstücke an die Bistumsgründer Kaiser Heinrich II. († 1024) und seine Gattin Kunigunde († 1033) gelten. Zu dieser Gruppe gehört auch der Reitermantel, der bis ins 18. Jahrhundert als einziger Mantel des Kaisers galt. In den Medaillons reitet ein Kaiser mit Falke und großem Blütenstab über drei durchbohrte Krieger hinweg. Gleichzeitig wird das Pferd von einem Löwen angegriffen. Das Bildprogramm kombiniert Elemente byzantinischer Kaiser- und sassanidischer Jagddarstellungen im Widerspruch zu diesen Kulturkreisen: ein Falke wurde nicht zur Löwenjagd eingesetzt. Dies legt eine Werkstatt im Herrschaftsgebiet Heinrichs II. nahe. Die Datierung sichert die kufische Inschrift des Mantelfutters, die heute parallel zur oberen Kante als feine weiße Linien durchscheint. Ursprünglich hatte der Mantel keine Halbkreisform, sondern war entweder rechteckig oder ein unten abgerundetes Rechteck. In dieser Form konnte er als weltlicher Mantel eines Herrschers über der linken Schulter getragen und auf der rechten Schulter durch eine Fibel geschlossen werden. Später wurde er halbkreisförmig beschnitten und zu einem Messgewand umgearbeitet. Die Naht in der vorderen Mitte wurde mit einer Goldborte verdeckt. 1427/1428 wurden seine Goldstickereien auf ein neues Seidengewebe übertragen. Diese beiden Maßnahmen wurden bei der Restaurierung 1952-1955 rückgängig gemacht. Die Borte ist heute über dem Mantel zu sehen.