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Aderlass-Lanzette Über das Objekt
  • https://bavarikon.de/object/bav:DMI-DDD-00000B3D00000040
  • Aderlass-Lanzette
  • Erweiterte Beschreibung
  • 1. H. 18. Jh.
  • 9,7 x 1,6 x 1,4 cm / Material: Stahl, Koralle
    • Medizin
    • Aderlass
    • Schätze aus dem Deutschen Medizinhistorischen Museum
  • Deutsches Medizinhistorisches Museum
  • Deutsches Medizinhistorisches Museum
    • Deutsches Medizinhistorisches Museum - Inventarnummer: 78-AO-8
  • Metadaten-Lizenz: CC0
  • Provenienz: Ankauf Kunsthandel 1978
  • 2017

Aderlass-Lanzette

1. H. 18. Jh.

Beschreibung

Diese Aderlass-Lanzette verfügt über einen aufwendig aus Koralle gearbeiteten Griff, bei dem sich zwei Putti über einem Rocaille-Element tummeln. In Verbindung mit der roten Koralle, der wegen ihrer Farbe die "Signatur" des Blutes zugeordnet war, sollte diese lebensfrohe Szene vermutlich positiv auf den Verlauf des Eingriffes einwirken. Denn auch wenn der Aderlass wegen seiner Alltäglichkeit als Anfängeroperation galt, an der sich die Baderlehrlinge in ihrer Geschicklichkeit üben konnten, hatte er doch seine Tücken. Das sah auch Lorenz Heister so, Autor eines 1719 in Nürnberg erschienenen, einflussreichen Lehrbuches der Chirurgie:

"Der Aderlass", so Heister, werde zu Recht "vor eines von den besten Mitteln befunden, welche man in der gantzen Medicin hat", die damit verbundenen Schwierigkeiten würden aber häufig unterschätzt. In vielen Fällen sei er zwar sehr leicht durchzuführen, aber es bestünde immer die Gefahr, durch einen unglücklich gesetzten Schnitt benachbarte Strukturen wie Nerven, Sehnen oder Arterien zu verletzen. Dies sei schon "den allerbesten und geschicktesten Meistern begegnet" – ein Anfänger könne dadurch aber "ohne sein Verschulden in üblen Credit und Renommeé kommen". Deshalb soll sich ein Wundarzt angewöhnen, den Aderlass nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, sondern ihn stets "mit guter und behöriger Attention zu verrichten".

Marion Maria Ruisinger