Haussmann Trix (1933-): Kommode "Säulenstumpf (Lehrstück 2)" Über das Objekt
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  • Kommode "Säulenstumpf (Lehrstück 2)"
  • Erweiterte Beschreibung
    • Haussmann Trix (1933-)
    • Robert Haussmann (1931-)
    • Röthlisberger AG
    • Gümlingen
  • 1978 um
  • H. 133 cm, B. 46,5 cm, T. 46,5 cm / Material: Multiplex (Buche), Maserfurnier (Olivenesche); Spiegelglas; Metall
    • Industrial Design
    • Möbel
    • Behältnismöbel
    • 100 Highlights aus der Neuen Sammlung
  • Die Neue Sammlung - The Design Museum
  • Die Neue Sammlung - The Design Museum
    • Pinakothek der Moderne
    • Die Neue Sammlung - The Design Museum - Inventarnummer: 614 / 2011
  • Metadaten-Lizenz: CC0
  • Creditline: Erworben mit Unterstützung der Ernst von Siemens Kunststiftung. - Objektrechte: Trix & Robert Haussmann - Fotonachweis: Die Neue Sammlung – The Design Museum (A. Laurenzo)
  • 2019-10-09

Kommode "Säulenstumpf (Lehrstück 2)"

1978 um
  • Haussmann Trix (1933-)
  • Robert Haussmann (1931-)
  • Gümlingen

Beschreibung

Die Entwürfe des Schweizer Ehepaars Trix (*1933) und Robert (*1931) Haussmann sind dem Radical Design zuzuordnen, das sich seit dem Ende der 1960er-Jahre in Europa hervortat. Ausgangspunkt hierfür war eine kritische Auseinandersetzung mit der Moderne. Einer zunehmenden Kommerzialisierung und Verflachung der u. a. von Mies van der Rohe (1886–1969) und Le Corbusier (1887–1965) entwickelten Maßstäbe des neuen Bauens versuchten die Haussmanns mit Ironie und einer Rückbesinnung auf handwerkliche Finesse entgegenzutreten. Ihr „Säulenstumpf“ kehrt das Diktat der Moderne „Form follows function“ um. „Störung der Form durch Funktion“ lautet der dem Objekt beigefügte Grundsatz, denn es besteht aus Holz und nicht aus Stein und ihm kommt auch keine tragende, sondern vielmehr eine verbergende Aufgabe zu: Die in einem aufwendigen handwerklichen Verfahren aus Olivenesche-Furnier gestaltete Nachbildung einer dorischen Säule teilt sich in elf flache Zylinder, die als Behälter fungieren und um eine seitlich verschobene Achse geschwenkt werden können. Die Entwürfe der beiden Zürcher, die seit 1981 als Allgemeine Entwurfsanstalt tätig sind, folgen einem konzeptuellen Designansatz. Ihre „Lehrstücke“, zu denen auch der „Säulenstumpf“ zählt, stehen im Zeichen des von ihnen proklamierten kritischen Manierismus, mit dem sie – in Rückbesinnung auf den namentlichen Kunststil in der Übergangszeit von der Renaissance zum Barock – eine intelligente Befragung des modernen Designs unternommen haben. Dabei kommt den Objekten nicht nur eine unterhaltende, sondern eine manifesthafte Funktion im Sinne der Postmoderne zu.