Il Pomo d’Oro, II. Akt, 10.-12. Szene: Piazza d‘Armi (9. Blatt)

Deutsches Theatermuseum

Beschreibung

Die ursprünglich als fünfaktige Hochzeitsoper geplante festa teatrale Il Pomo d’Oro wurde am 12. und 14. Juli 1668 zur Feier des Geburtstages der Kaiserin Margarete Theresia im neueröffneten Theater auf der Cortina aufgeführt. Leopold I. beauftragte das am Wiener Hof bereits bewährte künstlerische Triumvirat von Lodovico Burnacini, Francesco Sbarra und Antonio Cesti mit der Festoper. Mathäus Küsel hat die insgesamt 23 Bühnendekorationen für das Libretto gestochen. Ein großes Feldlager der Griechen bildet die Bühnendekoration der 10.-12. Szene des II. Akts, in der die unterlegene Göttin Minerva ihre irdischen Krieger zusammenruft, um nun Rache an Venus zu nehmen, die von Paris den Pomo d’oro als schönste Göttin bekam: Je fünf Kulissen mit spitzen, hohen Zelten säumen die Bühnenseiten. Daran schließt sich eine weit in die Bühnentiefe reichende Darstellung von zahllosen weiteren Zelten an, vor denen sich beidseitig Heerscharen von Kriegern zu Fuß und auf Pferden sowie sogar auf einigen Kamelen und Elefanten aufgereiht haben. Der eigentliche Hintergrundprospekt zeigt eine bergige Landschaft, die Burnacini für die darauffolgende Szene erneut verwendet (vgl. F 8632). Auf der vorderen Handlungsbühne haben sich einige Soldaten in einem Halbkreis um König Kekrops von Athen versammelt, um mit ihm und dem Feldherrn Adrast gemeinsam für Minerva zu kämpfen (vgl. F 8634 und F 8637). In der 11. Szene erscheint Minerva selbst mit aufgerichtetem Speer und Schild auf einer großen Flugmaschine in Form eines von Eulen gezogenen Wagens inmitten eines Wolkenbandes und schwört die Krieger in einer großen Arie ein.

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MM/sdp

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