Il Pomo d’Oro, IV. Akt, 1.-2. Szene: Cedrara (16. Blatt)

Deutsches Theatermuseum

Beschreibung

Die ursprünglich als fünfaktige Hochzeitsoper geplante festa teatrale Il Pomo d’Oro wurde am 12. und 14. Juli 1668 zur Feier des Geburtstages der Kaiserin Margarete Theresia im neueröffneten Theater auf der Cortina aufgeführt. Leopold I. beauftragte das am Wiener Hof bereits bewährte künstlerische Triumvirat von Lodovico Burnacini, Francesco Sbarra und Antonio Cesti mit der Festoper. Mathäus Küsel hat die insgesamt 23 Bühnendekorationen für das Libretto gestochen. Der IV. Akt der Festoper beginnt mit dem Wehklagen der verlassenen Nymphe Oinone, weil Paris auszog um die schöne Helena zu erobern. Laut Libretto wandelt die verzweifelte Oinone durch einen Zedernhain und bittet in der 1. Szene den Tod, sie von den Qualen der Liebe zu erlösen. Ein gartenartig angelegter Hain hoch gewachsener, schlanker Stämme von Bäumen umschließt einen freien Platz im Bühnenvordergrund. Die Malerei auf den Kulissen stellt seitlich tief fluchtende, fast labyrinthisch wirkende Laubengänge vor Augen, über denen fruchtreiche, voll belaubte Baumkronen wie ein dichter Wald verwachsen sind. Das mittlere Spalier in der Bühnentiefe ist durch eine Reihe von Bänken mit Satyrn-Skulpturen beiderseits der Baumallee besonders hervorgehoben und im entfernten Hintergrundprospekt ist ein Springbrunnen noch sichtbar. Rechts vor den Baumkulissen lagert die Nymphe Oinone auf der Erde, um zu schlafen. Links von ihr steht ihre Amme Filaura, die laut Libretto versucht sie mit Witz und guten Worten zu trösten. Das über dem Hain schwebende Wolkengebilde, das wie ein Greifvogel wirkt, verleiht der Szene etwas Unheimliches.

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MM/sdp

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