Il Favore degli Dei, III. Akt, 1.-12. Szene: Monti Cavernosi dove nasce il Fiume Peneo

Deutsches Theatermuseum

Beschreibung

Anlässlich der Hochzeitsfeierlichkeiten von Odoardo II Farnese, Herzog von Parma mit Dorothea Sophia, Prinzessin von Pfalz-Neuburg wurde am 25. Mai 1690 die Festoper Il Favore degli Dei im Theater Farnese in Parma aufgeführt. Die Musik dieses über acht Stunden dauernden drama fantastico musicale schrieb Bernardo Sabadini. 24 Hauptsänger, 17 Chöre traten darin auf. Die sieben enthaltenen Ballettstücke choreographierte Federico Crivelli. Domenico Mauro schuf für die Aufführung 17 Bühnendekorationen, zu denen aus der Hand verschiedener Stecher 13 Kupferstiche angefertigt und in Aurelio Aurelis Libretto eingebunden wurden. Die 43 Theatermaschinen, welche die Darsteller zwischen Himmel und Erde transportierten, wurden von den Brüdern Gasparo und Pietro Mauro konstruiert. Basierend auf Ovids Metamorphosen erzählt Aurelio die von Intrigen, Eifersucht und Kummer gespeisten Liebesabendteuer der olympischen Götter. Ludovico Mattiolis Kupferstich zeigt in den seitlichen Kulissen steile, zerklüftete Felsen, die laut Libretto die bergige Gegend darstellen sollen, wo der Fluß Peneus entspringt. Mittels Einsatz einer Hebemaschinerie der Brüder Mauro sprudelte das Wasser der Quelle für den Zuschauer aus einer Mulde zwischen den Büschen. Während im Libretto in der 1.-3. Szene des III. Aktes lediglich Daphne von Apollo verfolgt wird, schildert Mattiolis Stich Apollo den beiden verzweifelten Nymphen Daphne und Delpha hinterherjagend. Ihre Arme bereits hoch erhoben, ruft insbesondere Daphne ihren Vater, den Flußgott Peneus um Hilfe. Die Szene schließt mit einem wahrhaft überraschenden Effekt, als aus den erhobenen Gliedmaßen der Nymphen Lorbeerzweige wachsen und sie sich vor den Augen des Publikums in Bäume verwandeln.

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MM/sdp

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