Das Teatro Regio in Turin: Construction du Theatre de Thurin

Deutsches Theatermuseum

Beschreibung

Nachdem der Architekt Filippo Juvara gestorben war, übertrug Herzog Carlo Emanuele III. von Savoyen Benedetto Alfieri die Bauleitung, der Juvaras Pläne modifizierte und zwischen 1738 und 1740 im königlichen Palast in Turin ein modernes Theater errichtete. Während das originale Planmaterial verloren ist, haben sich im Deutschen Theatermuseum drei Vorzeichnungen erhalten (vgl. F 8605, F 8607). Vorliegende rosa lavierte Federzeichnung zeigt zwei Grundrisse des großen elliptischen Auditoriums, das von 152 Logen in sechs Rängen, einer abschließenden Galerie und einer zentralen Hofloge umgeben ist. Die handschriftlichen Erklärungen geben Auskunft über die Bauaufgabe, bei der Alfieri sich mit den komplexen technischen Anforderungen dieses speziellen Gebäudetypus in Hinsicht auf Sichtverhältnisse (A-H), Belüftung (8) und Latrinensystem (9) auseinandersetzte. Zur Verbesserung der akustischen Leistung ließ Alfieri den Orchestergraben in Muschelform anlegen (7). Der untere Grundriss lässt uns weitere innovative Eigenschaften des Theaters wie die schräge Ausrichtung der Logen zur Bühne (11) und die Krümmung der Logenbrüstung (12), die aus dem hufeisenförmigen Grundriss eine elliptische Platea formt, erkennen. Publikationen und Stichwerke trugen schon bald entscheidend zum Ruf des königlichen Opernhauses von Turin bei, der es zum modernsten Theater seiner Zeit erklärte: Bereits im Jahr 1761 veröffentlichte die Königliche Druckerei in „Il Nuovo Teatro Regio di Torino“ Pläne von Alfieri mit ausführlicher Legende, 1772 wurden sie in Denis Diderots und Jean le Rond d’Alemberts berühmter Encyclopédie (Bd. 10, Théatres) nachgedruckt und auch im 1782 erschienenen Band „Essai sur l’architecture théatrale“ des Architekten Pierre Platte ist das Turiner Teatro Regio abgebildet.

Autor

MM/sdp

Rechtehinweis Beschreibung

RR-F