Il Pomo d’Oro, III. Akt, 3.-5. Szene: Valle co‘l fiume Xanto (12. Blatt)

Deutsches Theatermuseum

Beschreibung

Die ursprünglich als fünfaktige Hochzeitsoper geplante festa teatrale Il Pomo d’Oro wurde am 12. und 14. Juli 1668 zur Feier des Geburtstages der Kaiserin Margarete Theresia im neueröffneten Theater auf der Cortina aufgeführt. Leopold I. beauftragte das am Wiener Hof bereits bewährte künstlerische Triumvirat von Lodovico Burnacini, Francesco Sbarra und Antonio Cesti mit der Festoper. Mathäus Küsel hat die insgesamt 23 Bühnendekorationen für das Libretto gestochen. Die Bühnendekoration für die 3.-5. Szene des III. Akts zeigt eine gepflegte Waldlandschaft mit dem Fluss Xanthos im Hintergrund, in der Burnacini Dekorationselemente aus vorangegangenen Szenen erneut verwendet, um sie zu einem neuen Bild zusammenzusetzen. In der vorderen Bühne erheben sich rechts und links zwischen einer unebenen Lichtung steile Felsen, auf denen hohe Nadelbäume wachsen und Zäune kleine Schonungen sichern. Im Mittelgrund der Bühne, beim fünften Kulissenpaar, hat Burnacini erneut das Ufer eines fließenden Gewässers platziert (vgl. F 8632). Hier scheint der über eine auf dem Prospekt gemalte Kaskade beschleunigte Flusslauf rasch in den mittleren Bühnenraum zu fließen. Auch die am Horizont aufragenden kahlen Berge sind aus vorangegangen Szenen bereits bekannt (vgl. F 1293 und F 8632). Das Blatt schildert eine pastorale Nebenhandlung der Festoper: Am rechten Rand der Lichtung läuft in der 5. Szene der verzweifelte Hirte Aurindo am Flussufer entlang. Er will sich in die Fluten stürzen, nachdem die schöne Nymphe Oinone, da sie Paris noch immer begehrt, seine Liebe verschmäht (vgl. F 8631). Momus, der himmlische Spötter, folgt ihm und hält ihn von seinem Vorhaben zurück.

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MM/sdp

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