La Forza della Fortuna e della Virtù, o vero Gl’Amori d’Irena: I. Akt, 19. Szene: Cortil Regio (5. Blatt)

Deutsches Theatermuseum

Beschreibung

Am 21. November 1661 wurde der Geburtstag der Kaiserinwitwe Eleonora II. von Gonzaga mit der Festoper La Forza della Fortuna e della Virtù, o vero Gl’Amori d’Irena in Wien gefeiert. Lodovico Burnacini schuf dafür dreizehn Bühnendekorationen, von denen neun von Franciscus van der Steen gestochen im Libretto eingebunden waren. Der vorwiegend als Diplomat tätige Ximenes Arragona war unter dem Pseudonym Teofilo auch als Dichter und Theaterleiter am Wiener Kaiserhof tätig und verfasste das Libretto. Giacomo Tiberti komponierte die Musik für das dramma per musica, das die Liebesverwirrungen rund um die Athener Königin Irena behandelt, die sowohl vom armenischen König Oronte als auch vom König von Kreta, Tearco, umworben wird. Das Proszenium des 1660 renovierten Hoftheaters bietet eine effektvolle Rahmung für die Szenendekorationen. Die im Libretto als „Cortil Regio“ überschriebene 19. Szene im I. Akt zeigt den seitlich von Mauern gesäumten königlichen Hof, der in regelmäßigen Abständen von vorgestellten Stützen in Form von Karyatiden und Atlanten rhythmisiert wird. Im Hintergrundprospekt werden die Seitenkulissen motivisch durch eine Torarchitektur miteinander verbunden, durch die in weiter Ferne weitere Säulenarchitektur zu erkennen ist. Am vorderen Bühnenrand steht Elvira, die Amme der Königin Irena, mit einer züchtig das Haar verhüllenden Kapuze. Sie scheint im Gespräch mit dem links von ihr stehenden Martano, dem Diener des heldenmütigen Oronte. Er trägt weite Hosen, Jacke und einen hohen Hut. Den rechten Arm argumentierend erhoben gesteht er Elvira laut Libretto, dass er ihn keinesfalls auf seinen ritterlichen Abenteuern begleiten möchte.

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MM/sdp

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