Il Ratto delle Sabine, I. Akt, Szene 15-20: Garten mit Lustwandel-Gängen (Giardino con Logge)

Deutsches Theatermuseum

Beschreibung

Zu den Geburtstagsfeierlichkeiten für Kaiser Leopold I. wurde am 9. und 10. Juni 1674 im Theater auf der Cortina in Wien die Festoper von dem aus Bergamo stammenden Niccolò Minato „Il Ratto delle Sabine“ (Der Raub der Sabinerinnen) aufgeführt, zu der Antonio Draghi die Musik schrieb. Der Hofingenieur Lodovico Ottavio Burnacini schuf die Bühnendekorationen, nach denen Mathäus Küsel seine Kupferstiche für die italienische Festschrift fertigte, die bei Christoforo Cosmerovio verlegt wurde. Der Kupferstich fasst die letzten fünf Szenen des ersten Akts zusammen, für die der Bühnenraum in einen symmetrisch gestalteten Barockgarten verwandelt wurde. An den Bühnenseiten führen Hecken in die Tiefe, die so beschnitten sind, dass sie Nischen für eine lange Reihe von bewegten Skulpturen auf Sockeln bilden. Den hinteren Abschluss bildet ein Tor und diesem beigestellte hohe Pappeln, über denen eine Reihe Vögel fliegen – ein klarer Hinweis, dass hier eine Augurenszene geschildert wird: Romolo in kurzem Waffenrock und langem Mantel steht mit seinem Gefolge vor dem am Boden knieenden Augur Acio Navio. Nachdem Romolo die Fähigkeit der Auguren, die Zeichen der Götter (aus Vogelflug und –geschrei) zu deuten, verspottet hat, halbiert Acio Navio mit Hilfe der Götter mittels eines einfachen Eisenstabes eine Säulentrommel. Die Didaskalien des Librettodrucks geben an, dass sich daraufhin die Statuen auf den Sockeln bewegen, sich aus der Dekoration lösen und der erste Akt mit einer Ballettszene schließt.

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MM/sdp

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