Empfang der Maria de‘ Medici in Amsterdam

Deutsches Theatermuseum

Beschreibung

Als Maria de‘ Medici, der die Rückkehr nach Frankreich wegen Hochverrats untersagt war, die spanischen Niederlande besuchte, empfing man sie in Amsterdam mit einer Reihe von Festlichkeiten. Caspar Barlaeus hielt den Empfang in der Festbeschreibung „Medicea Hospes“ fest. Eingebundene Blätter verschiedener Stecher illustrierten den vom 31. August bis 1. September 1638 dauernden Besuch. Das nach einem Gemälde Simon de Vliegers von Salomon Savery radierte Blatt zeigt das vor der Stadtkulisse Amsterdams stattfindende Wasserspektakel und andere Darbietungen. Die Ereignisse rund um eine ephemere Architektur auf dem Wasser wurden von einer großen Menschenmenge verfolgt, die sich entlang des Ufers und der Brücke verteilte. Zahlreiche Schiffe sammelten sich im Bereich der zum feierlichen Einzug eigens errichteten schwimmenden Insel mit einer durch Draperien geschmückten Portalfassade, eine Art Ehrenpforte, die von einem weithin sichtbaren Nachbau der Barke Maria Medicis bekrönt wurde. Im Eingang des Portikus geben zwei Darsteller das lebende Bild zum Besten: die mythologische Episode von Herkules, der (zeitweise) Atlas hilft die Weltkugel zu tragen. Für derlei textlose Darstellungen lieferte der Maler und Radierer Claes Cornelisz Moeyaert die Entwürfe. Während im Vordergrund vorn rechts drei Fanfarenbläser auf ihrem Schiff stehen und einen Willkommensgruß darbieten, konnten die geladenen Gäste in den Barken das Fischerstechen verfolgen – ein Turnierspiel, bei dem die Fischer sich gegenseitig mit Lanzen ins Wasser stoßen.

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MM/sdp

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