Hölzernes Springerlemodel

Fränkisches Museum Feuchtwangen

Beschreibung

Dieser kunstvoll, fein geschnitzte Springerlemodel stammt aus dem letzten Viertel des 19. Jahrhunderts. Der Model mit der Darstellung eines Reiters war in der Feuchtwanger Konditorei Gruber in Gebrauch.

Der Holzmodel zeigt einen Reiter mit Dreispitz und erhobenem Degen. Der uniformierte Reiter trägt einen Zopf. Das Pferd ist steigend dargestellt. Die Vorderbeine hat es erhoben und an den Leib gezogen. Im Vordergrund befindet sich ein Baumstumpf. Die Darstellung greift damit ein im 18. Jahrhundert beliebtes Motiv auf.

In dem Holzmodel ließen sich sowohl Springerle wie auch Marzipanfiguren formen. Springerle waren bis in das 20. Jahrhundert hinein als günstigere Variante im Vergleich zum Marzipan weit verbreitet.

Gebacken wurden die Springerle aus einem süßen Teig aus Eiern, Mehl und Zucker (im Gegensatz zum Lebkuchen, der mit Honig gebacken wird). Je nachdem wurden Arrak, Rum, Zitronensaft, Anis oder Rosenwasser hinzugefügt. Das fertig gebackene, weiße Springerle konnte mit bunten Farben bemalt werden.

Ermöglicht wurde die Verbreitung und Popularität der Springerle durch die ab dem 17. Jahrhundert verstärkte Einfuhr von Rohrzucker aus den europäischen Kolonien in Amerika und Afrika. Hinzu kam ab dem ausgehenden 18. Jahrhundert die zunehmend mechanisierte und industrialisierte Herstellung von Zucker sowie der Zuckerrübenanbau.

Besonders beliebt waren die Springerle und gebackener Weihnachtsschmuck im 19. Jahrhundert. Zur gleichen Zeit wurden Weihnachtsbäume immer populärer.