Caritas Pirckheimer: Denkwürdigkeiten Über das Objekt

Denkwürdigkeiten

1524 - 1528
  • Caritas Pirckheimer
  • Nürnberg

Beschreibung

Die "Denkwürdigkeiten" der Caritas Pirckheimer sind eine Sammlung an Briefen und Manuskripten betreffend die Vorgänge im Nürnberger Klarissenkloster der Jahre 1524 bis 1528. Unter der Führung Pirckheimers widersetzte sich das Kloster beharrlich Versuchen des Nürnberger Rates, die Reformation einzuführen. Die Briefe schildern, wie die Franziskaner als Beichtväter der Klarissen durch einen Anhänger des Protestantismus, Johannes Poliander (1487-1541), ersetzt wurden. Mütter der Nonnen, die dem Nürnberger Patriziat entstammten, versuchten, ihre Töchter aus dem Kloster zu holen; sie scheiterten lange. Die Briefe vermitteln einen Eindruck von den Konflikten zwischen dem Kloster und dem Nürnberger Rat, vertreten durch den Pfleger. Der Rat forderte die Äbtissin auf, die Schwestern vom Gelübde zu entbinden, die Eltern der Nonnen sollten diese holen dürfen. Außerdem musste der Besitz des Klosters inventarisiert werden. Die Nonnen litten darunter, von den Sakramenten abgeschnitten zu sein. Schließlich wurden Margaret Tetzel, Katharina Ebner und Klara Nützel von ihren Müttern aus dem Kloster geholt (S. 76). Obwohl der Nürnberger Reformator Andreas Osiander (1498-1552) als Prediger im Klarakloster wirkte und Philipp Melanchthon (1497-1560) es besuchte, blieb Caritas Pirckheimer bis zu ihrem Tode standhaft dem katholischen Glauben treu. Die Aufhebung des Klarissenklosters konnte sie tatsächlich verhindern. Das Kloster bestand noch bis 1596 fort.

CC0