Friedrich Graf, Geheimer Sekretär: Obduktionsprotokoll des Leichnams König Ludwigs II. Über das Objekt
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  • Obduktionsprotokoll des Leichnams König Ludwigs II.
  • Erweiterte Beschreibung
    • Friedrich Graf, Geheimer Sekretär
    • Prof. Dr. Hugo von Ziemssen
    • Kgl. Bayer. Staatsministerium des Kgl. Hauses und des Äußern
    • Gustav Graf zu Castell, Obersthofmeister
    • Krafft Freiherr von Crailsheim, Staatsminister des Kgl. Hauses und des Äußern
    • Dr. Max Hubrich
    • Prof. Dr. Hubert (Ritter von) Grashey
    • Prof. Dr. Friedrich Wilhelm Hagen
    • Prof. Dr. Karl Wilhelm Kupfer
    • Dr. Max Schleiß von Löwenfeld, Kgl. Leibchirurg
    • Dr. Wilhelm Brattler, Medizinalrat
    • Dr. Alfred Halm, Hofstabsarzt
    • Dr. Ludwig Becker, Hofstabsarzt
    • Dr. Josef Ritter von Kerschensteiner, Obermedizinalrat
    • Prof. Dr. Nikolaus Rüdinger
    • Dr. Johannes Rückert, Privatdozent
    • München
  • 15. Juni 1886
  • 8 Bl.; 33 x 21 cm / Material: Papier
    • Deutsch
    • Objekte der Staatlichen Archive Bayerns
    • Bestände des Bayerischen Hauptstaatsarchivs
  • Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns
  • Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Geheimes Hausarchiv
    • Wittelsbacher Ausgleichsfonds
    • Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Geheimes Hausarchiv - Signatur: Bayerisches Hauptstaatsarchiv, GHA, Ministerium des Königlichen Hauses 202
  • Metadaten-Lizenz: CC0
  • 2021

Obduktionsprotokoll des Leichnams König Ludwigs II.

15. Juni 1886
  • Friedrich Graf, Geheimer Sekretär
  • Prof. Dr. Hugo von Ziemssen
  • München

Beschreibung

Grundlage des Obduktionsprotokolls ist die Untersuchung des Leichnams König Ludwigs II. von Bayern (1845-1886) am 15. Juni 1886 in der Münchner Residenz. Verfasser des Protokolls ist der Geheime Sekretär Friedrich Graf, offenbar nach Diktat durch den Sachverständigen Prof. Dr. med. Hugo Wilhelm von Ziemssen (1829-1902). Neben dem Pathologen Prof. Dr. Nikolaus Rüdinger (1832-1896) und seinen Assistenten, waren auch Vertreter des Staatsministeriums des Königlichen Hauses und des Äußern anwesend. Der bayerische König war nur wenige Tage zuvor im Zuge seiner Absetzung in Schloss Berg interniert worden. Leblos aufgefunden wurde dieser nach einem Spaziergang mit seinem Psychologen Bernhard von Gudden (1824-1886) am 13. Juni 1886 nahe des Ufers am Würmsee (heute Starnberger See). Nach offiziellen Darstellungen habe Gudden versucht, dem Regenten an einem Suizid zu hindern und sei dabei selbst zu Tode gekommen, dieses Schreiben bestätigt die im Vorfeld getätigte Diagnose. Bei der Obduktion des Leichnams wurden laut Protokoll "nirgends Verletzungen an der Körperoberfläche, insbesondere keine Abschürfungen der Oberhaut am Halse oder Gesichte wahrnehmbar". Es fanden sich auch keinerlei Anhaltspunkte für "Schuss-, Schlag- oder Stichwunden". Neben der Frage nach der Todesursache wird innerhalb des Schreibens auch ausführlich mit den Beschreibungen des Schädels sowie des Gehirns des Verstorbenen. In den darin festgestellten Deformationen sahen die Experten eine Bestätigung ihrer Diagnose über den Geisteszustand des Königs.

Julia Misamer

CC0