Gefäß

Graf-Luxburg-Museum

Hinweis

Dieses Objekt stammt aus kolonialen Kontexten und bedarf einer Auseinandersetzung mit Kolonialgeschichte. bavarikon zeigt dieses Objekt, um unter anderem eine kritische, sensible Auseinandersetzung mit Kolonialgeschichte zu ermöglichen und zu fördern. Die Bayerische Staatsbibliothek als Betreiberin von bavarikon weist darauf hin, dass die Erwerbung des Objekts durch die besitzende bzw. bestandshaltende Institution oder Vorgängerinstitutionen bzw. Personen nach heutigen Maßstäben möglicherweise unethisch oder unrechtmäßig erfolgt sein kann.

Beschreibung

Räuchergefäß aus patinierter Bronze in flacher, ovaler Schalenform. Die Wandung ist hochgezogen und weist eine sich leicht weitende Mündung auf. An den Schmalseiten befinden sich zwei filigrane, durchbrochen gearbeitete Handhaben (Griffe) in Form von Tigerdrachen (chin. chilong), die sich mit den Vordertatzen am Gefäßrand festhalten. Sie tragen am Kopf das charakteristische Horn, der Schwanz ist zweigeteilt und volutenartig gerollt. Der Fußbereich wird durch eine Profilierung betont. Daran angesetzt sind vier geschwungene tatzenartige Füße, die sich wolkenförmig verbreitern (ruyi-Form).

Die Unterseite des Gefäßes trägt in der Mitte eine leicht versenkt gegossene, apokryphe (unechte) Sechs-Zeichen-Marke 大明宣德年制 der Xuande-Periode (1426-1435). Die Schalenform des Räuchergefäßes entspringt weniger der chinesischen Bronzetradition als vielmehr der Song-zeitlichen Keramiktradition der kaiserlichen Ru- und Guan-Ware (Narzissenschalen). Bronzen der Xuande-Periode haben sich hauptsächlich in Kopien der späten Ming-Dynastie (1368-1644) und der Qing-Dynastie (1644-1912) überliefert.

Autor

Museen Schloss Aschach

Rechtehinweis Beschreibung

CC0