Hinweis
Dieses Objekt stammt aus kolonialen Kontexten und bedarf einer Auseinandersetzung mit Kolonialgeschichte. bavarikon zeigt dieses Objekt, um unter anderem eine kritische, sensible Auseinandersetzung mit Kolonialgeschichte zu ermöglichen und zu fördern. Die Bayerische Staatsbibliothek als Betreiberin von bavarikon weist darauf hin, dass die Erwerbung des Objekts durch die besitzende bzw. bestandshaltende Institution oder Vorgängerinstitutionen bzw. Personen nach heutigen Maßstäben möglicherweise unethisch oder unrechtmäßig erfolgt sein kann.
Beschreibung
Das Werk ist als Hängerolle montiert und zeigt die drei Sternengötter Fu, Lu und Shou (福祿壽), Personifikationen der Segenswünsche für Glück, Wohlstand und Langlebigkeit. Am unteren linken Bildrand reitet Shou, der Gott des langen Lebens, auf einem Reh, während er einen Pfirsich der Unsterblichkeit in der Hand hält. Die Frucht vom Baum der Göttin Xiwangmu, der Himmelsmutter des Westens, schenkt Unsterblichkeit und gilt so als Sinnbild für den Wunsch nach einem langen Leben.
Rechts sitzt Fu, der Gott des Glücks, auf einem Qilin, einem mythischen Wesen, das Frieden und Wohlergehen bringt und die Geburt eines großen Herrschers ankündigen soll. Er trägt ein Kind auf dem Schoß, was als Ausdruck von familiärem Glück und Nachkommenschaft gedeutet wird.
In der oberen Bildmitte, auf einem Löwen reitend, ist Lu, der Gott des Amtes und Wohlstands, zu erkennen. Seine amtliche Stellung wird von einem Begleiter mit Pfauenfederschirm akzentuiert.
Die Malerei ist im Stil von Chen Hongshou (陳洪绶, 1599-1652) gestaltet, einem der bedeutendsten Maler der späten Ming-Zeit, bekannt für seine Figurenmalerei. Die Inschrift am oberen Rand trägt seinen Namen und verweist auf den Ort der Entstehung: Die Übersetzung lautet: "Chen Hongshou gemalt im Yiting-Garten östlich der Stadt Wulin (Anm.: heute Hangzhou)". Die Qualität der Malerei und der Detailreichtum sprechen für eine frühe Datierung.
Das Bild ist stark nachgedunkelt und weist zwei größere Verschmutzungen auf. Die Bildfläche wurde von der Montierung durchtrennt und ist hier digital zusammengefügt.
Autor
Museen Schloss Aschach