Umhang

Graf-Luxburg-Museum

Beschreibung

Buddhistische Umhänge (jap. kesa) bestehen ursprünglich aus einem Patchwork, das die im Buddhismus angestrebte Nicht-Anhaftung mit der Welt verbildlichen soll. Bereits in China fertigte man diese Umhänge allerdings aus ganzen Stoffbahnen, auf denen die vorgeschriebenen Nähte durch winzige Falten oder, wie im vorliegenden Stück, durch applizierte Schnüre dargestellt wurden.

Die Oberfläche des hier gezeigten Umhangs ist als durchgehendes Bild gestaltet: Zwischen stilisierten Wolken fliegt eine Dame als himmlisches Wesen (jap. tennin), begleitet von unterschiedlichen Vögeln. In den Händen hält sie eine Lotosblüte. Ihr Haar ist kunstvoll aufgesteckt und mit einem Diadem geschmückt. Direkt unter ihr schwebt ein großer männlicher Pfau (jap. kujaku). Ein Papagei (jap. ōmu) mit gekrümmtem Schnabel folgt der Gruppe. Auf der rechten Seite befinden sich ein Paradiesfliegenschnäpper (jap. sankōchō), sowie ein weiterer Vogel mit mehreren Schwanzfedern in ähnlicher Art. Bei letzterem könnte es sich um einen mythologischen Vogel (jap. hōō) handeln. Weiter unten ist ein Kranich (jap. tsuru) abgebildet.

Entlang des unteren Randes türmen sich Wellen (jap. seigaiha) zwischen stilisierten Felsen, auf denen Päonien (jap. botan) blühen. Die Dame wie auch die Vögel verweisen auf die himmlischen Gefilde, zu denen sich die Gläubigen aufschwingen sollen.

Umhänge mit durchgehenden Motiven werden in Japan als Bild-Umhänge (jap. e-kesa) bezeichnet. Sie waren besonders aufwendig und kostspielig, weshalb ihre Verwendung durch bestimmte buddhistische Schulen kritisiert wurde. Die Muster des Umhangs sind gut gestaltet und die Weberei ist von hoher Qualität. Als Futter wurde zudem eine hochwertige dunkelgrüne Damastseide verwendet. All dies spricht für eine frühe Datierung und eine Verwendung durch eine hochgestellte Persönlichkeit.

Autor

Museen Schloss Aschach

Rechtehinweis Beschreibung

CC0