Cancrin, Franz Ludwig von (Artikel aus Neue Deutsche Biographie)
Beschreibung
Cancrin erhielt den ersten wissenschaftlichen Unterricht durch seinen Vater, vornehmlich in Naturwissenschaften und Mathematik. Unter ihm absolvierte er auch bis 1759 seine praktischen Lehrjahre im Bergbau. 1759-62 studierte er an der Universität Jena Mathematik und Jura und schloß hieran eine Studienreise zu den Bergwerken in Thüringen, Hessen, im Harz und zum Kupferbergbau im Mansfeldischen. Seit 1764 arbeitete er bei der Rentkammer in Hanau. Cancrin errichtete dort u. a. zahlreiche Salinengebäude, und war gleichzeitig Professor der Mathematik an der dortigen Militärakademie. 1781 zum hessischen Oberkammerrat befördert, trat er im nächsten Jahr als Kanzleidirektor in Altenkirchen in die Dienste des Markgrafen von Brandenburg-Ansbach, um 1783 einem Ruf der Zarin Katharina II. alsSalinendirektor nach Staraja-Russa zu folgen. Nach Einrichtung des Betriebes wurde Cancrin von 1786-93 zu wissenschaftlichen Forschungsarbeiten nach Gießen beurlaubt. Dann war er in Petersburg tätig (1798 Ernennung zum Staatsrat. Er gehörte der hessischen Akademie der Wissenschaften und der Naturforschenden Gesellschaft in Berlin an. Der Mineraloge Gustav Rose nannte ein im Ural gefundenes nephelinartiges Mineral viele Jahre nach Cancrins Tode noch nach ihm „Cancrenit“.
Autor
Ham, Hermann van