Geistbeck, Alois (Artikel aus Neue Deutsche Biographie)

Beschreibung

Geistbeck wirkte nach Absolvierung der Lehrerbildungsanstalt in Freising zunächst als Lehrer an verschiedenen Volksschulen, studierte dann aber ab 1876 an der TH München „Realien“ (Deutsch, Geschichte, Geographie), legte hier 1879 die Lehramtsprüfung ab und wurde Reallehrer an der Städtischen Handelsschule in München. 1885 promovierte er in Erlangen. 1885-92 ordnete und leitete er das Volksschulwesen der Stadt Ludwigshafen/Rhein und wirkte dann als Studienrat, später Oberstudienrat an höheren Schulen, 1892-99 in Augsburg, 1900-06 in München, z. T. auch Neuburg/Donau, zuletzt 1906-19 in Kitzingen/Main. – Geistbeck war ein führender Schulgeograph, der die Methode des Erdkundeunterrichtes wie wenige andere durch zahllose Arbeiten gefördert hat. Er wurde weithin bekannt durch die von ihm seit 1900 mitbesorgten und maßgeblich gestalteten Ausgaben des Geographielehrbuches von Michael Geistbeck (s. 2) bzw. Fischer-Geistbeck. Darüber hinaus war auch die wissenschaftliche Leistung bedeutend. Sie begann 1880 unterstarkem Einfluß von F. Ratzel mit der Lösung einer geographischen Preisaufgabe der TH München über das Isargebiet. Besonderen Ruf erwarb sich Geistbeck durch die Auslotung der bayer. Seen und das Werk „Die Seen der deutschen Alpen“ ( Diss. 1885), das die ersten Tiefenkarten enthält und ihm den Ruf als „Vater der bayer. Seenkunde“ eintrug. Geistbeck verfaßte ferner zahlreiche Arbeiten zur bayer. und pfälz. Landeskunde und gab für den Unterricht geographische Typenbilder heraus.

Autor

Fels, Edwin

Rechtehinweis Beschreibung

CC BY-NC-ND 4.0

Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften