Würzburg, Stadt: Notgeld über 100.000 Mark von 1923

Giesecke+Devrient Stiftung Geldscheinsammlung

Beschreibung

Vorderseite: einfache Gestaltung, rechts unten Wappen der Stadt Würzburg: Eine schräg gestellte, eingekerbte, gevierte Fahne an Lanzenstange

Rückseite: einseitig

Für das unterfränkische Würzburg sind verschiedene Notgeldausgaben überliefert. Die Stadt gab 1918 zwei Serien aus, zunächst Gutscheine zu 50 Pfennig, dann Gutscheine zu 5, 10 und 20 Mark. Die Scheine zeigen Motive der Stadt wie das Wappen, die Festung Marienberg und die Alte Mainbrücke sowie Allegorien des Handels und der Industrie und die Franconia. In den Jahren 1918 bis 1920 gab die Stadt mehrere Ausgaben von Gutscheinen zu 50 Pfennig aus. Die Scheine zeigen ebenfalls Würzburger Motive wie den Heiligen Kilian, das Wappen, das Alte Rathaus oder Tilman Riemenschneider. Die Entwürfe zu dieser Serie stammen von Heinz Schiestl, die Herstellung dieser drei städtischen Notgeldausgaben besorgte die H. Stürtz AG in Würzburg. Die 1830 in Würzburg gegründete Druckerei erhielt 1887 das Privileg, offizielle Schriften deutscher Universitäten zu drucken – ein Ausweis für die hohe Qualität der Druckerzeugnisse. Neben dem Bereich für den Druck wissenschaftlicher Publikationen zählte auch eine Abteilung für Notendruck mit internationalen Renommé zum Unternehmen. Der Wertpapierdruck ergänzte das Portfolio. Eine Reihe hochwertig gedruckter Notgeldserien wurde bei Stürtz hergestellt, u.a. für Aschaffenburg und Deggendorf. 2015 fusionierte das Unternehmen mit der Augsburger Himmer AG, einer Druckerei, die ebenfalls für zahlreiche Gemeinden Notgeld gedruckt hatte. Das Kaufhaus Wilhelm Zapff emittierte vermutlich zwischen 1916 und 1920 Kleingeld zu 1 Pfennig. Weitere Notgeldausgaben erfolgten 1923, so erneut durch die Stadt und die Unternehmen Aki Spielwarenwerke Kirchner & Co., Bohn und Herber, Koenig & Bauer und die Tabak- und Zigarrenfabrik Joseph Schürer.