Belgisch-Kongo, Banque du Congo Belge: Banknote über 50 Francs von 1945
Hinweis
Dieses Objekt ist aufgrund des Dargestellten oder aufgrund seiner Inhalte aus ethisch-moralischer Sicht problematisch. bavarikon zeigt es, um eine kritische, sensible Auseinandersetzung mit diesen Darstellungen und Inhalten zu ermöglichen und zu fördern. Die Bayerische Staatsbibliothek als Betreiberin von bavarikon distanziert sich ausdrücklich von diskriminierenden, rassistischen, stereotypisierenden, menschenverachtenden Darstellungen und Inhalten.
Beschreibung
Vorderseite: Rechts Porträt einer Frau, in der Mitte oben Wappen, Ornamentik und Guillochen
Rückseite: In der Mitte ein Leopard, Ornamentik und Guillochen
Der belgische König Leopold II. (1835-1909) kaufte von 1879 bis 1885 Teile der heutigen Demokratischen Republik Kongo auf. Damit waren diese Territorien Privatbesitz der belgischen Krone und erhielten die Bezeichnung Kongo-Freistaat. Die äußerst brutale Ausbeutung der Herkunftsgesellschaft wurde international bekannt und zwang Leopold II. zum Verkauf des Freistaates an den belgischen Staat. So wurde 1908 die Kolonie Belgisch-Kongo errichtet. Dies änderte aber nichts an Unterdrückung, Ausbeutung und Gewalt. Im Jahr 1960 erlangte der Kongo die Unabhängigkeit. Erste Papiergeldausgaben erfolgten 1896 durch den Staat. Schon einige Jahre zuvor, 1887, hatte Leopold II. per Dekret den Franc als Zahlungsmittel bestimmt. Mit der Errichtung der Kolonie 1908 wurde die Banque du Congo Belge gegründet. Sie emittierte ab 1912 Banknoten, das Notenrecht endete 1952. In der Gestaltung spiegeln die Banknoten koloniales Denken wider, sind teilweise diskriminierend und rassistisch und transportieren Stereotypen. Ein sensibler Umgang mit und ein offener Dialog zu diesen Objekten ist also geboten.