Schwarz-Weiß Fotografie des Erfrischungsraums im Kaufhaus der "Gebrüder Landauer" in Augsburg um 1930
Beschreibung
Abzug einer schwarz-weiß Fotografie mit Bildunterschrift, die auf den Erfrischungsraum im Kaufhaus der "Gebrüder Landauer" in Augsburg hinweist. Das Kaufhaus war 1906 von Hugo Landauer (1869-1933) als "Geschäft in Manufakturwaren" gegründet worden. Als sein Bruder Louis Landauer (1858-1940) 1907 das Geschäft übernahm und es den neuen Konsumgewohnheiten entsprechend zu einem Kaufhaus modernisierte, entwickelte es sich zum Branchenführer in Schwaben. Erfrischungsräume wie im Kaufhaus Brüder Landauer waren eine Annehmlichkeit der neuen Warenhäuser. Als das Haus 1931 sein 25-jähriges Jubiläum feierte, ließ es verschiedene Jubiläumsgedecke anfertigen, die sich noch heute in zahlreichen Augsburger Haushalten finden. Wer in dem Erfrischungsraum etwas konsumierte, durfte das entsprechende Gedeck gratis mit nach Hause nehmen. Nur Kanne und Zuckerdose mussten erworben werden. Der Boykott jüdischer Geschäfte durch die Nationalsozialisten im April 1933 brachte der Landauer AG starke Umsatzrückgänge. Direktor Max Gift (gest. 1939) wurde verhaftet und floh nach seiner Entlassung 1934 nach Südamerika. Noch im gleichen Jahr musste das Unternehmen unter dem Druck der wirtschaftlichen Verhältnisse verkauft werden. Die Besitzer des Kaufhauses kamen damit der Enteignung jüdischen Eigentums zuvor. Der Käufer des Kaufhauses Landauer war Albert Golisch, ein Bekannter der Familie, der das Unternehmen als Zentral-Kaufhaus weiterführte und es nach der Zerstörung im Krieg wieder aufbaute.