Besamim-Büchse

Jüdisches Museum Augsburg Schwaben

Beschreibung

Besamim-Turm mit mehrfach gestuftem Fuß und glattem konischen Schaft. Das sechseckige Türmchen besitzt im unteren Teil eine gravierte Mauer, darüber ist er in Form einer Durchbruchsarbeit gefertigt. Das Spitzdach des Turms ist mit gravierten Ziegeln versehen. Unterhalb des Daches befinden sich vier kleine Türmchen mit Wimpeln. Das Dach besitzt eine Kugel mit Wimpel als Bekrönung. Auf dem Turm sind drei Marken zu finden: "N" für Hanau (eventuell Fa. Neresheimer), "13" für den Silber-Feingehalt und eine verschlagene dritte Marke, die vermutlich die Meistermarke darstellt. Ende des 19. Jahrhundert wurden in Hanau viele historistische Silberarbeiten hergestellt, wobei vor allem Silberarbeiten aus Nürnberg und Augsburg imitiert wurden. In dem Gewürz- oder Besamim-Behälter werden duftende Gewürze (genannt Besamim) aufbewahrt. An ihm wird am Ende des Schabbats bei der Hawdala (hebr. Trennung) gerochen, um etwas vom besonderen Geruch dieses Festtages in den Alltag mitzunehmen. Über die Gewürze wird bei der Hawdala der Segen gesprochen. Besamim-Behälter sind häufig handwerklich und künstlerisch aufwendig gestaltet. Im 17. und 18. Jahrhundert hatten sie häufig die Form von Türmen. Im 19. Jahrhundert wurde ein breiteres Spektrum an Formen benutzt.