Ehemalige jüdische Schule Fellheim – historische Fotografie (nach 1911)
Beschreibung
Zu sehen ist die 1836 von der Israelitischen Kultusgemeinde Fellheim erbaute ehemalige jüdische Schule in der Memminger Straße 44 (frühere Judengasse) um das Jahr 1911. Als in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Zahl der jüdischen Gemeindemitglieder stetig anwuchs, beschwerten sich die in Fellheim lehrenden jüdischen Religionslehrer über die unzumutbaren äußeren Umstände des Unterrichts. Dieser hatte bis dahin in feuchten, dunklen und viel zu engen Räumen stattgefunden. Dies führte zum Entschluss der Israelitischen Kultusgemeinde eine neue Schule zu bauen. Die Einweihung fand im Jahr 1836 statt. Während zunächst 86 Schülerinnen und Schüler die Schule besuchten, sank deren Anzahl wegen des Mitgliederschwundes innerhalb der Gemeinde bis zum Jahr 1900 auf drei. 1911 wurde die jüdische Schule geschlossen. Von da an wurde das Gebäude als Schule für die christlichen Kinder des Dorfes genutzt. Die noch in Fellheim lebenden jüdischen Kinder gingen dort bis zur Novemberpogromnacht 1938 gemeinsam mit den christlichen Kindern zur Schule. 1983 wurde die Grundschule in Fellheim endgültig geschlossen. Seit 1987 wird ein Teil des Gebäudes als Rathaus genutzt.